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Gerd Ruge

Journalist, Medienjournalist, Publizist, Autor, Essayist

Die berufliche Laufbahn des in Hamburg geborenen Gerd Ruge beim NWDR begann 1949 als Redakteur. Mit aktuellen Sendungen aller Art betraut, wurde er dann als Rundfunkreporter im Ausland eingesetzt. 1950 war Ruge der erste bundesdeutsche Journalist nach dem Krieg, dem ein Visum für Jugoslawien erteilt wurde. In Korea und Indochina fiel die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus in sein Aufgabengebiet, weitere Reisen führten ihn nach Südosteuropa und Amerika. 1956 ging Ruge als erster ständiger Rundfunkkorrespondent der ARD für drei Jahre nach Moskau. Im Mai 1959 übertrug man ihm die redaktionelle Leitung des ARD-Fernsehteams bei internationalen Konferenzen.

1961-1964 war Ruge außenpolitischer Redakteur und Leiter der Abteilung "Zeitfunk" beim WDR. Er beteiligte sich Ende November 1962 auch an dem viel beachteten Symposion im Zusammenhang mit der SPIEGEL-Affäre. Ein Protokoll dieser Diskussion gab er im Frühjahr 1963 unter dem Titel "Landesverrat und Pressefreiheit" heraus. 1964 bis 1969 war Ruge Amerika- und Washington-Korrespondent der ARD. 1970 bis 1973 ARD-Chefkorrespondent und Leiter des WDR-Studios Bonn. Im Juli 1972 begleitete Ruge den CDU-Politiker und früheren Außenminister Gerhard Schröder bei dessen Reise durch die VR China. Über die Erfahrungen dieser Reise berichtete er in der China-Fernsehreportage "Zwischen Peking und Shanghai". Fernsehinterne Auseinandersetzungen um eine Kürzung dieser Sendung galten mit als Grund, dass Ruge von 1973 bis 1976 dem Fernsehen den Rücken zukehrte und als Korrespondent der Tageszeitung "Die Welt" nach Peking ging.

1976 bis 1977 war Ruge Fellow des East Asian Research Center der Harvard University/USA. 1977 wurde er ARD-Hörfunk-Korrespondent in Moskau. Im Frühjahr 1981 zum WDR-Fernseh-Sonderkorrespondenten ernannt, übernahm Ruge die Leitung der politischen Fernseh-Magazine "Monitor" und "Weltspiegel" beim WDR.

Zum 1. Januar 1984 übernahm er für zwei Jahre die Position des Chefredakteurs Fernsehen beim WDR. Von Januar bis Dezember 1986 war Ruge vom WDR für die Position des Executive Directors der privaten holländischen Stiftung "Alerdinck Foundation for East-West Communication" beurlaubt. 1987 kehrte Ruge als Leiter des Moskauer ARD-Studios zum WDR zurück. Bewegende Reportagen und präzise Interviews, profunde Analysen und prägnante Gewichtung der politischen Ereignisse in der früheren Sowjetunion haben ihm während seiner Moskauer Zeit viel Anerkennung und Auszeichnungen eingebracht. Gute Rezensionen erhielt Ruges Gorbatschow-Biografie aus dem Jahre 1990.

Im August 1993 gab Ruge die Leitung des Moskauers ARD-Studios an Thomas Roth ab und ging zum 1. September 1993 in den Ruhestand. Für die ARD drehte er in den folgenden Jahren unter dem Titel "Gerd Ruge unterwegs" mehrteilige Reisereportagen u.a. in Russland, China, Japan, den USA, Tschechien, der Slowakei und Afrika. Vom 1. Dezember 1993 bis zum 15. Juli 2001 war Ruge (neben Helmut Markwort) als Moderator der 3SAT-Talkrunde "NeunzehnZehn" tätig. Von Oktober 1997 bis März 2001 war Ruge Leiter des Bereichs Fernsehjournalismus an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und 1999 war er Präsident der Jury des "Prix International des Correspondants de Guerre", Caen.

Gemeinsam mit der Filmstiftung NRW vergibt er seit 2002 jährlich das mit 100.000 Euro dotierte Gerd Ruge-Stipendium.

Gerd Ruge ist seit 2000 Mitglied der FIRST STEPS-Dokumentarfilmjury. 2011 wurde er mit dem FIRST STEPS Ehrenpreis ausgezeichnet.

Am 29. Juli 2013 erschien seine Autobiographie "Unterwegs – Politische Erinnerungen" im Hanser Verlag.

Filmografie

Werke und Publikationen (Auswahl):
2013 Unterwegs – Politische Erinnerungen
1998 Sibirisches Tagebuch
1996 Weites Land – Russische Erfahrungen, russische Perspektiven
1991 Der Putsch. Vier Tage, die die Welt veränderten
1990 Michael Gorbatschow (Biografie)
1984 Zwischen Washington und Moskau. Europa in der Konfrontation der Supermächte
1978 Begegnungen mit China – Eine Weltmacht im Aufbruch
1972 Deutschland und die Sowjetunion (zusammen mit Heinz Geyr)
1963 Vergessene Kinder Europas? – Europäisches Antlitz jenseits des Eisernen Vorhangs
1961 Gespräche in Moskau
1958 Boris Pasternak – Biografie

Preise und Auszeichnungen (Auswahl):
2002 Grossherzog Gdiminias-Orden, Litauen
2001 Mitglied der Russischen Akademie der Naturwissenschaften
2001 Hans-Joachim Friedrichs-Preis fuer unabhaengigen Journalismus
1999 Otto-Hahm-Friedensmedaille
1999 Aleksandr. Men-Preis
1998 Goldener Löwe
1998 Goldene Feder
1993 1.Preis des russischen Journalistenverbandes und 1. Preis der russischen Handelskammer (für den Film „Kaputt“ – Die Zerstörung der Umwelt in der SU)
1993 Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen
1992 Kulturpreis Berliner Bär
1992 Goldene Kamera und Goldene Rosine
1992 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
1992 „Besondere Ehrung“ zum Adolf-Grimme-Preis (mit Gordian Troeller)
1991 Telestar
1991 Sonderpreis des bayerischen Ministerpräsidenten (für Berichterstattung aus der  fr. Sowjetunion)
1991 Goldener Gong (für den Einsatz während des Staatsstreiches)
1972 Bundesverdienstkreuz
1972 Bambis in Gold:  beliebtester politischer Moderator (3x)
1970 Bambi in Gold: für Amerika –Berichterstattung 
1969 Adolf-Grimme-Preis in Silber (mit dem Presse-Preis; für den Bericht über die Ermordung Robert Kennedys)
1964 Adolf-Grimme-Preis in Gold (als Co-Autor der fünfzehnteiligen TV-Serie „Das Dritte Reich“)

Stand: 13.08.2015

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