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Die Preisträger 2008
Preisverleihung im Theater am Potsdamer Platz, Berlin
26. August 2008
Vorbemerkung der Spielfilmjury
Film ist Teamwork, und solcher Zusammenarbeit haben wir diesmal besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Das Drehbuch und seine Umsetzung durch die Regie sind das Herz eines jeden Filmes. Oft liegt bei Abschlussfilmen beides in einer Hand. Manchmal aber bilden sich bereits an den Filmhochschulen Gespanne aus Autoren und Regisseuren, deren Zusammenarbeit fruchtbar und besonders ist. Wir haben uns deshalb entschlossen, in den Filmen, wo uns dies besonders aufgefallen ist, sowohl die Regie als auch das Buch zu würdigen.
Die diesjährigen Filme zeugen von großer Reife. Früher erkannte man Studentenfilme an ihren Macken. Umso auffälliger, wie perfekt die meisten Filme inzwischen wirken. Der aktuelle Jahrgang beweist seine Lust am Handwerklichen, an der formalen Raffinesse, ohne deshalb an der Oberfläche zu bleiben.
Im letzten Jahr konnten wir mit "Hotel Very Welcome" eine wunderbare Komödie auszeichnen, und wir freuen uns auf die starken Komödien im nächsten Jahr. In diesem Jahr aber sind die Filme mit ernsten Themen und politischer Brisanz besonders überzeugend. Die jungen Filmemacher wirken sehr erwachsen, scheuen sich nicht vor allgemeingültigen Fragen oder komplexen politischen und philosophischen Inhalten. Auch die kurzen Filme wirken oft wie der Beginn eines langen Films, weil ihre Themen so "groß" sind: Tod und Trauer, Schuld und Verantwortung.
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Der FIRST STEPS Award 2008: Kurzfilme bis 25 Minuten
Die nominierten Filme
DER VERDACHT (Regie und Buch: Felix Hassenfratz, Internationale Filmschule Köln)
In der süddeutschen Provinz belastet ein Mordverdacht einen Dorfbäcker und seine Frau. Virtuos nutzt der Film die Spannung des Kriminalfalls, um die Kraft der Liebe der Zerreißprobe einer missgünstigen Gesellschaft auszusetzen und stellt die Frage, wie nah zwei Menschen sich überhaupt kommen können. – Ein brillanter Kurzfilm, basierend auf einem klugen Drehbuch, und mit hervorragenden Schauspielern (allen voran die wunderbare Anne Weinknecht) äußerst sicher inszeniert, fotografiert und geschnitten.
NACHGLÜHEN (Regie und Buch: Lisa Blatter, Zürcher Hochschule der Künste)
Eine Frau, ein Kind, ein Mann. Psychologisch genau werden die Beziehungen entschlüsselt, und erst allmählich wird klar, dass hier jemand fehlt: Der Geliebte, der Vater, der Bruder. Was wir sehen, ist das Protokoll eines Abschieds, eines Verglühens, eingefangen im Bild des "Nachglühens" auf der Netzhaut. Ein Film über die Trauer, ästhetisch ungewöhnlich, sehr verhalten – und außerordentlich berührend.
NACHTGEBET (Regie: Doreen Rechin, Buch: Dror Dayan, Freie Produktion)
Eine junge Frau bringt einen verletzten Palästinenser in ein Jerusalemer Krankenhaus. Ihr Verhalten ist so abweisend, dass man geneigt ist, mit dem jüdischen Arzt zu fragen: Warum sind Sie nicht in ein Krankenhaus in Ramallah gefahren? Thema des Films ist nicht der israelisch-palästinensische Konflikt, sondern eine junge Deutsche (Henriette Heinze), die genau zu wissen glaubt, wer in diesem Konflikt Recht und Unrecht hat. Ein provokativer Film, der zum Mitdenken auffordert und Kontroversen auslöst.
NACHTS DAS LEBEN (Regie und Buch: Julia Schwarz, Hochschule für Fernsehen und Film München)
Wie in so vielen Filmen dieses Jahrgangs steht (direkt oder indirekt) auch hier ein Kind im Mittelpunkt. Vier Geschichten berühren sich, und ihre Schnittstelle ist eine schreckliche: der Tod eines Kindes. Das ist ein fast zu großes Thema für einen kurzen Film. Aber die starke Konstruktion und das gekonnte Tempo lassen ihn eher wie die Exposition eines langen Films wirken. Und deshalb stellen wir uns hier mit großer Spannung eine der Grundfragen dieser Jury: Wie wird der nächste Film dieser Regisseurin aussehen?
Der Preisträger
Der FIRST STEPS Award geht an den Regisseur Hanno Olderdissen und den Autor Clemente Fernandez-Gil für ihren Film ROBIN (Internationale Filmschule Köln)
Dieser Film berührt noch den abgebrühtesten Zuschauer. Autor und Regisseur haben sich ein Thema vorgenommen, von dem wir immer häufiger in der Zeitung lesen und das so leicht ins Spekulative abrutschen könnte: Kindstötung. Die emotionale Durchschlagkraft des Films beruht vor allem darauf, dass hier so konsequent aus der Perspektive eines Kindes erzählt wird, dass man in die Leinwand eingreifen und ihm zurufen möchte: "Tu es nicht, geh da nicht rein!" Das ist gestaltet mit einem "wahrhaftigen" Realismus, der Innenräume erfahrbar macht und auch das einschließt, was außerhalb des Bildes geschieht, was wir nur hören, erahnen, erraten. Ein wichtiges Thema, ein großartiger kleiner Darsteller, eine starke Wirkung – ein herausragender Abschlussfilm.
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Der FIRST STEPS Award 2008: Spielfilme bis 60 Minuten
Die nominierten Filme
AUF DER STRECKE (Regie und Buch: Reto Caffi, Kunsthochschule für Medien Köln)
30 Minuten Gegenwartskino von großer Virtuosität: Ein eifersüchtiger Mann überlässt den vermeintlichen Rivalen einem Schlägertrupp in der U-Bahn. Als sich herausstellt, dass es der Bruder der geliebten Frau war, der dabei zu Tode kam, ist es zu spät für Reue, und jede Aussicht auf die so sehnsüchtig erhoffte Nähe ist dahin. – Allgemeingültige Themen werden hier auf hohem filmischem Niveau dargestellt, große Kinomomente spiegeln sich im Gesicht des sensationellen Hauptdarstellers Roeland Wiesnekker.
DER HERRSCHER VON EDESSA (Regie und Buch: Tim Trachte, Hochschule für Fernsehen und Film München)
Ein Professor, seine Frau und sein Assistent betreiben ein facettenreiches Spiel um Macht und Abhängigkeit. Der Film basiert auf Motiven von Patricia Highsmith, und wir möchten Tim Trachtes mutigen Entschluss, große Literatur zu verfilmen, ausdrücklich zur Nachahmung empfehlen. Entstanden ist ein präziser, intelligenter Krimi, spannend, mit überzeugender Schauspielführung, kluger Auflösung, großartigem Musikeinsatz – eine Art filmischer "Architektenarbeit" von erstaunlicher Souveränität und Eleganz.
DER RUF DER GECKOS (Regie und Buch: Phuong La Van, Hochschule für Fernsehen und Film München)
"Viet-Kieu" heißen die vietnamesischen Bootsflüchtlinge in ihrer Heimat. Dieses und noch einiges andere lernen wir in Phuong la Vans Abschlussfilm. Der Filmemacher zeigt uns das heutige Vietnam aus der Perspektive eines solchen Rückkehrers. Die berückend schönen Bilder des Kameramanns Jörg Schmidt-Reitwein scheinen vom asiatischen ebenso wie vom Hollywood-Kino inspiriert und entführen uns in eine fremde Welt.
PIETAS (Regie und Buch: Matthias vom Schemm, Internationale Filmschule Köln)
Ein Drama aus dem Bergischen Land, eine archaische Erzählung von religiöser Bigotterie und patriarchalischer Brutalität – vom Landpfarrer, seinem Sohn, der toten Mutter und dem gefallenen Mädchen. Das ist atmosphärisch durchaus überzeugend, den sepia-getönten Schwarzweiß-Bildern des Kameramanns Andreas Köhler und der am Stummfilm orientierten Ästhetik spürt man die Lust am handwerklichen Raffinement förmlich an.
Der Preisträger
MIT SECHZEHN BIN ICH WEG (Regie und Buch: Mark Monheim, Hochschule für Fernsehen und Film München)
"Mit Sechzehn bin ich weg", sagt die fünfzehnjährige Jenny und versucht mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder einen Neuanfang, in einer anderen Stadt, irgendwie auf der Flucht vor dem offenbar depressiven und gewalttätigen Vater. Der Autor und Regisseur Mark Monheim und seine Hauptdarstellerin Lucie Hollmann schaffen es, sehr versiert und sicher in der Wahl ihrer Mittel, den Zuschauer Jennys jugendliche Sehnsüchte und Hoffnungen teilen zu lassen. Und dann, im Bruchteil eines Momentes, zerplatzen alle Träume, und wieder geht ein Mensch von der Kindheit über in die bittere Welt der Erwachsenen. Wer diesen einen Moment gesehen hat, der wird ihn nicht vergessen. Deshalb möchte die Jury diesen Autor und Regisseur unterstützen. Wir freuen uns auf seine nächste Arbeit.
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Der FIRST STEPS Award 2008: Dokumentarfilme
Vorbemerkung der Dokumentarfilmjury
Die Abschlussarbeiten junger Dokumentaristen sind für die Jury jedes Jahr ein spannender Seismograph: Was bewegt die Regisseure, wie reagieren sie auf die Themen der Zeit, den gesellschaftlichen Diskurs, globale Debatten? Setzen sie sich überhaupt damit auseinander oder finden sie andere Themen, abseits der professionellen medialen Berichterstattung?
So offenbart jeder Jahrgang eine gewisse Tendenz: Mal träumten sich die Regisseure möglichst weit weg, bestaunten exotische Rituale in fernen Welten. Dann widmete man sich klassischen Elendsthemen vor der eigenen Tür. Und schließlich wurde Familiengeschichte aufgearbeitet – die Welt von Eltern und Großeltern. Diesmal stellten Aelrun Goette, Lutz Hachmeister und Gerd Ruge eine Art "Abschied von der Privatheit" fest und kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis: Ein herausragender Jahrgang!
Intensiv wie kaum zuvor setzt sich der überwiegende Teil der 38 eingereichten Projekte mit den Brüchen dieser Welt auseinander. Der Zuschauer bekommt Einblicke in das Leben junger Migranten in Deutschland und rumänischer Straßenkinder, lernt iranische Fußballerinnen kennen – und eine iranische Rennfahrerin, taucht ein in die dunkle Welt der neuen Kinder vom Bahnhof Zoo und erfährt von Träumen und Traumata der Teenager im Kosovo, acht Jahre nach dem Krieg. Beeindruckend auch die formale Umsetzung: Die Kamera beobachtet, zeigt Prozesse, bleibt beweglich, reagiert. Und fast immer gelingt den Regisseuren eine ungeheure Nähe zu ihren Protagonisten. Was ließe sich besseres über einen Dokumentarfilm sagen?
Die nominierten Filme
DRAUSSEN BLEIBEN (Regie und Buch: Alexander Riedel, Hochschule für Fernsehen und Film München)
Zwei Freundinnen am Rande von München, die sich aus einer Flüchtlingsunterkunft kennen: Valentina aus dem Kosovo ist Anführerin einer Mädchengang und kann zuschlagen, wenn es ihr um Gerechtigkeit zu gehen scheint. Ihre chinesische Freundin Suli macht sich Sorgen um Valentina, weil die in den Jugendarrest muss. Das ist sehr lebendig, glaubhaft und aus großer Nähe gedreht und lässt aus ganz individuellen Szenen gesellschaftliche Zusammenhänge deutlich werden – witzig und traurig und ohne gestelltes Pathos oder herablassendes Mitgefühl.
DRIFTER (Regie und Buch: Sebastian Heidinger, Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin)
Drei drogenabhängige, sich prostituierende junge Leute am Bahnhof Zoo: ein Thema, das wir mit einem "schon oft gesehen" beiseite schieben möchten. Und dann erliegen wir, schon in den ersten Bildern dieses Films, einer so unbeirrbaren, fast sturen, glaubwürdigen Nähe zu den Protagonisten, dass uns jedes Klischee, jedes Urteil, jede Betroffenheit im Hals stecken bleiben. Die unerhörte Offenheit des Regisseurs Sebastian Heidinger und die herausragende Kamera von Henner Besuch öffnen Augen, Herz und Hirn. Deshalb folgen wir ihnen bis in die beklemmendste, unvergesslichste Szene: eine moderne City-Toilette mit Musikbeschallung, in deren kaltem cleanem Neonlicht sich ein junger Mann routiniert seinen täglichen Schuss setzt, ohne dadurch glücklicher zu werden.
FOOTBALL UNDER COVER (Regie und Buch: David Assmann, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und Ayat Najafi)
Mit beeindruckendem dramaturgischen Sachverstand, Sinn für Humor und einer großen Liebe zu ihren Figuren nehmen die Autoren den Zuschauer mit auf eine ganz besondere Reise: eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe junger deutscher Frauen will in den Iran fahren und gegen die dortige Frauen-Nationalmannschaft Fußball spielen. Schnell wird klar: Es geht nicht ums Gewinnen, sondern um nicht weniger als Völkerverständigung und die Freiheit der muslimischen Frauen im Iran. Straight nach dem Motto: Du kannst alles, wenn du nur willst!
PAINFUL PEACE (Regie und Buch: Anne Thoma, Hochschule für bildende Künste Hamburg)
Filme über den Balkan-Konflikt lösen zumeist schon thematisch Blockaden aus – zu kompliziert das Ganze, inzwischen überlagert von neuen Kriegen und Krisen, nicht mehr aktuell. Anne Thomas "Painful Peace" aber hat eine eigene Optik und eröffnet einen ebenso lakonischen wie berührenden Zugang zu wirklichen Menschen in wirklichen Situationen. Der Film zeigt das Geschehen im Kosovo aus der Sicht von Jugendlichen, in deren Leben der Krieg konkret eingegriffen hat, und aus der Warte einer Vermittlungsdemokratie, die mühselig zwischen verfeindeten Volksgruppen vermitteln will. Mit dieser Parallelmontage wird das Abstrakte eines endlosen Konflikts aufgehoben – es geht weder um ewige Opfer noch um die Arroganz der Macht, sondern um die Mühsal kleiner Schritte, um Mehrdeutigkeiten, und um die Hoffnung auf ganz privates Glück, die fatalerweise vom Politischen nicht zu trennen ist. Besonders hervorzuheben ist neben der Regie- und Rechercheleistung die Kamera-Arbeit von Johann Feindt und Hans Rombach, die dem Film zusätzlich Intensität und Tiefe gibt.
WENN ICH WEINE, SCHLÄGT MEIN HERZ (Regie, Buch und Schnitt: Annett Schütze, Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg)
Einem Thema zu dienen gehört zu den schwersten Aufgaben, die ein Filmemacher lernen muss. Annett Schütze hat diese Herausforderung mit beeindruckender Souveränität gemeistert und zusammen mit rumänischen Straßenkindern einen Film von bedrückender Authentizität gedreht, der dem Zuschauer die unfassbare Härte des Alltags dieser Kinder sinnlich nachvollziehbar macht. In seiner Direktheit, die durch die selbst gedrehten Aufnahmen der Kinder entsteht, erlangt der Film in Momenten eine fast schmerzhafte Weisheit.
Der Preisträger
SONBOL (Regie, Buch und Ton: Niko Apel, Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg)
So tief haben wir noch nie in die Wohnzimmer des iranischen Mittelstands geblickt. Dies ist die Geschichte von Sonbol, einer jungen Zahnärztin, die selbständig und resolut ihr Leben als unabhängige, moderne Frau zu führen versucht, - und das heißt, sich in der Welt der Männer durchzusetzen, aber auch gegen Frauen wie ihre Mutter, die sich für sie nur eine Heirat vorstellen können. Es ist eine tolle Story: zum Lachen, wenn Sonbol schräge Witze erzählt, mitreißend spannend bei der Autorallye gegen lauter männliche Teams und schließlich traurig, fast verzweifelt, wenn Sonbol sich fragt, ob wenigstens Allah auf ihrer Seite stehen könnte. Ganz nah an den Erlebnissen und Gedanken zeigt der Film mit Szenen aus dem wohlhabenden Teheraner Mittelstand das faszinierende und anrührende Porträt einer ganz normalen und ganz ungewöhnlichen Frau. |
Der FIRST STEPS Commercial Award 2008
Vorbemerkung der Werbefilmjury
Der FIRST STEPS Commercial Award wird 2008 zu gleichen Teilen an zwei Filme vergeben. Die Jury sieht in den diesjährigen Einreichungen keinen Film, der so herausragt, dass eine alleinige Prämierung gerechtfertigt wäre. Gleichzeitig waren aber unter den Einreichungen zwei Beispiele, die für unterschiedliche Welten von Werbespots stehen.
Die Preisträger
IFS FILMEMACHEN "STUNT" (Regie: Hanno Olderdissen und Markus Sehr, Internationale Filmschule Köln)
"Stunt" ist der Prototyp für Spots in den digitalen Medienkanälen. Die etwas trashige, von YouTube beeinflusste Ästhetik ist experimentell und zeigt die möglichen Wege auf, mit denen Werbespots neue Kanäle und Zuschauer erreichen können. Gleichzeitig folgt er dem Dreiklang Idee - Story - Umsetzung nach den klassischen Regeln, sodass die überraschende Wendung, die der Spot nimmt, die Werbebotschaft deutlich vermittelt: Filmemachen kann man lernen.
STARBUCKS "BUSBALLETT" (Regie: Christian Mielmann, Filmakademie Baden-Württemberg)
Demgegenüber ist "Busballett" wie klassische Werbung. Der Spot funktionierte vor zehn Jahren, er funktioniert heute und wird so vermutlich auch in zehn Jahren seine Botschaft vermitteln. Mit einem sehr guten Casting und einer exzellenten Schauspielführung erzählt er in poetischen Bildern die kurze Begegnung von zwei Menschen. Am Ende ist sich der Zuschauer sicher, dass Starbucks diese beiden zusammenführen wird. Dies ist nicht überraschend, aber so gut umgesetzt, dass der Spot fast unverändert geschaltet werden kann.
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Der FIRST STEPS Award 2008: Abendfüllende Spielfilme
Die nominierten Filme
DAS FREMDE IN MIR (Regie: Emily Atef, Buch: Esther Bernstorff, Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin)
Ein gut situiertes junges Paar bereitet sich voller Vorfreude auf die Geburt des ersten Kindes vor. Und dann geschieht etwas, das mit dem Ausdruck "postnatale Depression" nicht annähernd beschrieben werden kann: Diese Mutter kann ihr Kind nicht lieben. – Regisseurin, Autorin und die Ausnahme-Schauspielerin Susanne Wolff konfrontieren uns mit einem (gerade in Zeiten des Kinderkultes) wirklichen Tabuthema. Mit unnachgiebiger Genauigkeit, ohne reißerische Effekte oder aufgesetzte Dramatik, verfolgen sie die Stationen dieser unaussprechlichen, einsamen Krankheit. Erst dadurch wird Verständnis möglich. Depression ist langsam. Heilung auch.
HÖHERE GEWALT (Regie und Buch: Lars Henning Jung, Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg)
Ein klassisches Horrorfilm-Motiv: Eine Gruppe Jugendlicher verbringt das Wochenende in einem abgelegenen Haus – und dann kommt das Böse. Hier aber kommt es nicht von außen, sondern von innen. Ein brillantes sechsköpfiges Schauspieler-Ensemble führt eine Hackordnung vor, in der sich ständig die Fronten ändern: Wer ist jetzt Täter, wer Opfer? In bösen, zynischen Dialogen entspinnt sich ein Netz von Motivationen, in dem sich am Ende einer tödlich verfangen muss, wie es das Gesetz des Genres verlangt. Und unter all den Mustern schimmert als Thema dieser Generation die Medialisierung durch: Da ist nicht wirklich was passiert – das war alles nur ein "Game".
NOVEMBERKIND (Regie und Buch: Christian Schwochow, Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg)
Deutsch-deutsche Geschichte zwischen Müritz und Bodensee: Eine junge Frau aus Malchow (wunderbar: Anna Maria Mühe) erfährt von einem Schriftsteller aus Konstanz, dass ihre Mutter nicht ertrunken ist, sondern totgeschwiegen wurde von dem Dorf, aus dem sie in den Westen floh. Das ist souverän erzählt, mit grandiosen, lebendig inszenierten Schauspielern. Und weil alle Figuren nachvollziehbar sind, ihr Geheimnis wahren, trifft die Wendung am Schluss umso härter: dass letztlich die "Guten" für das Unglück verantwortlich waren. Ein Film von großer Reife in der Erzählung und Gestaltung.
RIMINI (Regie: Peter Jaitz, Buch: Libertad Hackl, Filmakademie Wien)
Das fängt ja gut an: Da schmeißt ein Projektleiter der Automobilindustrie, eine Figur wie aus einem Roman von Houellebecq, den Krempel hin. Und ein Polizist, der in seiner Sturheit jedem Krimi-Klassiker entsprungen sein könnte, gibt partout nicht auf. Das hört auch gut auf: Sonnenaufgang über dem Meer in Rimini. Und dazwischen zwei Männer auf verlorenen Posten, lauter überraschende Wendungen, eine verwirrende, unterhaltsame, selten langweilige und überhaupt sehr österreichische Mischung aus Polizeifilm, YouTube, Identitätssuche, Kottan, Studentenfilm .... Das hat etwas erfrischend Anarchistisches – und wir sind sehr gespannt, was für Geschichten uns da als nächstes aufgetischt werden!
Der Preisträger
Der FIRST STEPS Award geht an die Regisseurin Brigitte Maria Bertele und die Autorin Johanna Stuttmann für ihren Film NACHT VOR AUGEN (Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg)
Der junge David Kleinschmidt kehrt nach seinem Militäreinsatz aus Afghanistan zurück in die deutsche Provinz. Seine Freundin und seine Familie erwarten ihn mit offenen Armen. Sie verströmen Liebe und Zuneigung und tun viel, damit sich David wieder einleben kann.
Doch in David lebt Afghanistan weiter, eine immer schwerer zu unterdrückende Erinnerung an seinen Einsatz dort. Unbewusst sucht er die Antwort bei seinem kleinen Halbbruder Benny, den er "zum Mann erziehen" will: beim Fußballtraining, in Gesprächen über Angst, schließlich bei Nahkampfübungen im Wald.
Das Drama dieses Films geht weit über das des "Kriegsheimkehrers" hinaus: Es geht um den Verlust von Unschuld, um die Überwindung von Angst und um das Grauen, das in uns allen schläft. Zunächst identifizieren wir uns mit David und glauben ihn zu verstehen. Erst allmählich merken wir, dass wir über das, was Krieg bedeutet, soviel wissen wie der achtjährige Benny. Und so werden wir mit diesem Jungen in Davids Hölle hineingezogen.
Die Regisseurin Brigitte Maria Bertele und die Autorin Johanna Stuttmann haben einen außergewöhnlichen Film geschaffen, der fesselt und irritiert und sehr traurig macht. Wir können uns diesem von Hanno Koffler großartig verkörperten David nicht entziehen, wir können uns nicht abwenden, obwohl er uns zunehmend verstört und erschreckt. Am Ende sind auch wir ein Stück weit Opfer geworden und haben unsere Unschuld verloren – genau wie der junge Benny.
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Die Jurys 2008
FÜR DIE SPIELFILMKATEGORIEN
August Diehl, Lars Kraume, Ruth Toma, Nadja Uhl und Klaudia Wick
FÜR DEN DOKUMENTARFILMPREIS
Aelrun Goette, Lutz Hachmeister und Gerd Ruge
FÜR DEN COMMERCIAL AWARD
Florian Beisert, Detlev W. Buck, Gregor F. Gründgens, André Kemper und Stefan Krüger
Ausführliche Informationen zu FIRST STEPS, den Jurymitgliedern, den Veranstaltern und zu allen Filmen und Filmemacher/innen unter www.firststeps.de
FIRST STEPS – Der Deutsche Nachwuchspreis wird gemeinsam veranstaltet von Deutscher Filmakademie, Mercedes-Benz, Sat.1, Spiegel TV und teamWorx /UFA
Herzlichen Dank an Medienboard Berlin-Brandenburg und Cineplus |
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| Am Freitag, den 10. September zeigt das Babylon Mitte um 21:30 Uhr denmittellangen Spielfilm PHILIPP - FIRST STEPS Preisträger in der Kategorie Spielfilme bis 60 Min. |
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| Preisträger und Jurybegründungen 2010 |
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| Der deutsche Nachwuchspreis 2010 geht an: |
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| 2. September Kinostart für "Daniel Schmid - Le chat qui pense", |
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| den Dokumentarfilm von Benny... |
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| Zurzeit in Bayern im Kino: DIE HUMMEL von Sebastian Stern, nominiert für den FIRST STEPS Award 2010 |
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| FIRST STEPS 2010 Kompakt |
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| "Erste Schritte, zweite Filme!" |
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| Ein Buchprojekt anlässlich des 10-jährigen Jubiläums von FIRST STEPS |
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