Götz George Nachwuchspreis
Tommes Diallo wurde 1996 als Sohn einer deutschen Mutter und eines guineischen Vaters in Berlin geboren. Nach einem Studium der Politik und Wirtschaft entschied er sich für ein Schauspielstudium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Seine erste Hauptrolle übernahm er in CHAMPIONS UND WIR unter der Regie von Paul Hordych. Für seine schauspielerische Leistung wurde Tommes Diallo mit dem Max Ophüls Preis als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet.
Filmografie
Schauspiel:
2026 KUCHEN (Regie: Cajus Kassian Kesler)
2025 DAS DEBÜT (Regie: Giorgio Dinello)
2025 „Jenseits der Spree: Tag der Abrechnung“ (Regie: Philipp Eichholtz)
2025 CHAMPIONS UND WIR (Regie: Paul Hordych)
2025 FREMD VERTRAUT (Regie: Lionel Reinhardt)
2025 6 METER (Regie: Milena Jansen)
2024 „Softies“ (Regie: Jonathan Westphal, Yves Guillaume)
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
Tommes Diallo beeindruckt mit Natürlichkeit und Facettenreichtum. Er verleiht seiner Figur eine große körperliche Präsenz und verbindet jugendliche Unbeschwertheit mit einer berührenden Verletzlichkeit. Gerade in den leisen Momenten wird spürbar, wie viel unausgesprochen zwischen den Figuren liegt. Gemeinsam mit seinem Spielpartner entwickelt er eine glaubwürdige Dynamik, die den emotionalen Kern des Films trägt. Sein Spiel wirkt unmittelbar, ehrlich und von einer bemerkenswerten Offenheit. Ein Schauspieldebüt, das großes Talent erkennen lässt und neugierig auf seinen weiteren Weg macht.
CHAMPIONS UND WIR
Josh verbringt viel Zeit bei der Familie von seinem besten Freund Chicco. Dessen Vater Marco befeuert Josh in seinem Fußballerleben und fordert die beiden Jungs häufig auf kleine Wettkämpfe gegeneinander auszutragen. Dafür sind sie eigentlich zu alt, wirklich Lust haben sie auch nicht, aber sagen tun sie es nicht. Dass Josh und Chicco ineinander verliebt sind und bei jeder brüderlich anmutenden Übernachtung küssend, eng nebeneinanderliegend einschlafen, sagen sie auch nicht. Als der gemeinsame Freund Maurice plötzlich in der Fußballkabine auftaucht, bringt er nicht nur einen Konkurrenzkampf mit, sondern auch das Wissen, dass Josh und Chicco mehr sind als nur Freunde. Dadurch wird Josh gezwungen seine beiden Lebensrealitäten zusammenzubringen. Ob er will oder nicht. Während er sich mit der Ungerechtigkeit rumschlägt, dass ihm aufgrund seiner Liebe zu einem Mann das Gefühl der Zugehörigkeit genommen wird, spürt Chicco, dass er in dieser von Testosteron und Gruppendynamiken gesteuerten Fußballwelt möglicherweise keinen Platz hat. Josh zweifelt, ob er wirklich beides leben darf: Diese Fußballwelt und seine Liebe zu Chicco.
Ausbildungsstätte: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 38 Minuten
Stab
Regie Paul Hordych
Produktion Len Reddemann
Drehbuch Paul Hordych
Kamera Deborah Bode
Schnitt Luca Gottschalk
Ton Philemon Montaser, Anastasiia Nasonkina
Kostümbild Maia Zoche
Szenenbild Paula Langer
Darsteller:innen Tommes Diallo, Rafael Luis Klein-Hessling, Ben Kani, Sascha Goepel, Gabriela Eva Lindl, Ludwig Senger, Riccardo Campione, Knut Berger, Karl Jonathan Bethge, Paul Bohse
Lorena Emmi Mayer wurde 1994 in Villach geboren und studierte von 2015 bis 2019 Schauspiel an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. Bereits während des Studiums wurde sie beim Fidelio-Wettbewerb ausgezeichnet und war unter anderem am Schauspielhaus Wien zu sehen. Weitere Engagements führten sie an das Burgtheater Wien. Seit der Spielzeit 2020/21 gehört Lorena Emmi Mayer zum Ensemble des Landestheaters Linz. Parallel zu ihrer Theaterarbeit wirkt sie regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen mit.
Filmografie
Schauspiel:
2025 HASENFUSS (Regie: Maximilian Conway, Elisabeth Jakobi)
2025 AUSZIEHEN (Regie: Marlene Auer-Pleyl)
2023 WORKSHOP FÜR DEMOKRATIE UND MENSCHENRECHTE (Regie: Jakob Fischer)
2020 „Schnell ermittelt“ (Regie: Michi Riebl)
2019 „Vorstadtweiber“ (Regie: Mirjam Unger)
2018 „SOKO Kitzbühel“ (Regie: Martin Kinkel)
2018 „Der Zettel“ (Regie: Matteo Sanders)
2017 „Schicksal in Frauenhänden“ (Regie: Anita Lackenberger)
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
Lorena Emmi Mayer füllt ihre Rolle in HASENFUSS mit einer solchen Selbstverständlichkeit und Vielschichtigkeit aus, dass ihre Leistung sofort heraussticht und im Gedächtnis bleibt. Ihr Spiel verzichtet auf große Gesten und gewinnt gerade daraus seine Stärke. Besonders in den Momenten größter emotionaler Belastung bewahrt sie eine beeindruckende Präzision und findet einen Ton, der nie ins Dramatische kippt. Gemeinsam mit ihrem Spielpartner entsteht eine Beziehung, die jederzeit authentisch wirkt und den Film entscheidend trägt. Eine eindrucksvolle schauspielerische Leistung, die durch ihre Wahrhaftigkeit und Präsenz überzeugt.
HASENFUSS
Toni arbeitet als Altenpfleger in Niederösterreich, doch seine Leidenschaft gilt dem Fußball. Um trotz einer Verletzung weiter für den örtlichen Verein stürmen zu können, stiehlt er Medikamente aus dem Pflegeheim. Seine Freundin Nadia ahnt zunächst nichts davon. Erst als die gefährlichen Pillen in die Hände ihrer kleinen Kinder geraten, kann Toni ihr nicht länger etwas vormachen.
Ausbildungsstätte: Filmakademie Wien
Produktion: Filmakademie Wien
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 30 Minuten
Stab
Regie Maximilian Conway, Elisabeth Jakobi
Produktion Dominic Kubisch, Julie Stempelová
Drehbuch Elisabeth Jakobi
Kamera Konstantin Johann
Schnitt Alexander Worsch
Co-Montage Maximilian Conway
Szenenbild Laura Huber
Kostüm Anna Jo Suzuki
Maske Helena Stöß
Originalton Mathias Edelmann, Hubert Grissemann, Lukas Ellmer, Julian Schönberger
Sounddesign Fabian Hainzl
Mischtonmeister Rudolf Pototschnig
Filmmusik Florian Seyser-Trenk, Felix Römer
Darsteller:innen Christoph Kohlbacher (Toni), Lorena Emmi Mayer (Nadia), Ida Beier (Lilith), Luise Morawetz (Aileen), Savita Brosenbauer (Lia), Kristina Bangert (Chefin), Werner Brix (Trainer), Tom Feichtinger (Berater), Marion Rottenhofer (Oma), Angelina Saloniemi (Annika)
Georgia Rushton schloss 2021 ihr Schauspielstudium an der La Manufacture Lausanne ab und übernahm anschließend Rollen in mehreren Kurzfilmen. LUX CARNE von Gabriel Grosclaude wurde 2025 beim Locarno Film Festival als bester Nachwuchsfilm ausgezeichnet, kurz darauf folgte EGGSHELLS von Beth Barnes. Ihr Spielfilmdebüt gab Georgia Rushton 2025 in ENJOY YOUR STAY unter der Regie von Dominik Locher. Aktuell steht sie für die Serie „The Other Girl (L’Autre Fille)“ von Sophie Jarvis vor der Kamera.
Filmografie
Schauspiel:
2026 ENJOY YOUR STAY (Regie: Dominik Locher)
2026 !L’Autre Fille“ (Regie: Sophie Jarvis)
2025 EGGSHELLS (Regie: Beth Barnes)
2024 LUX CARNE (Regie: Gabriel Grosclaude)
2020 ALIEN SEXTING (Regie: Loïc Hobi)
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
Mit großer Konzentration und feinem Gespür für Zwischentöne trägt Georgia Rushton einen Film, der ganz auf die innere Bewegung seiner Hauptfigur vertraut. Es gelingt ihr, Trauer, Verunsicherung und Sehnsucht gleichermaßen sichtbar zu machen, ohne den Emotionen jemals zu viel Gewicht zu verleihen. Gerade in ihrer zurückhaltenden Spielweise entwickelt ihre Figur eine besondere Präsenz, die lange nachwirkt. Eine bemerkenswert präzise Performance, die das Potenzial einer jungen Schauspielerin erkennen lässt, von der man in Zukunft sicher noch hören wird.
EGGSHELLS
Am Geburtstag einer jungen Kellnerin wird sie durch die unerklärliche Erscheinung eines hausgemachten Kuchens ihrer verstorbenen Mutter zutiefst beunruhigt. Während ihrer Schicht an diesem Abend, umgeben von glücklichen Familien in dem kleinen Restaurant, in dem sie arbeitet, drängen sich Erinnerungen an ihre Mutter auf und ihre Bemühungen, ihre Gefühle zu unterdrücken, werden immer schwieriger.
Ausbildungsstätte: Züricher Hochschule der Künste
Produktion: Züricher Hochschule der Künste
Filmkategorie: Kurzfilm
Länge: 17 Minuten
Stab
Regie Beth Barnes
Produktion Filippo Bonacci
Drehbuch Beth Barnes
Kamera Luca Mengisen
Schnitt Tim Egner
Szenenbild Anna Marchini Camia
Sound Design Daniel Eaton
Maskenbild Lia Sandor
Filmmusik Daniel Eaton
Darsteller:innen Georgia Rushton, Isabelle von Stauffenberg, Délia Antonio, Flavio Dal Molin, Martha Benedict, Lara Körte, Manuel Herwig, Claudia Wicki, Elena Mpintsis
Über die Nominierungen in der Kategorie Götz George Nachwuchspreis hat die Spielfilmjury, bestehend aus Catherine Colas, Bella Halben, Philipp Kreuzer, Nele Mueller-Stöfen und Karl Schirnhofer entschieden.