Beran Ergün
Ein Mann mit dunklem, lockigem Haar, einem dichten Schnurrbart und Bartstoppeln blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera. Er trägt ein dunkles Hemd, und der Hintergrund ist einfarbig und hell.
© Sophie Beckmann

Beran Ergün wurde 1998 in Gelsenkirchen geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. 2019 begann er sein Studium der Zeitbasierten Medien an der Hochschule Mainz mit Schwerpunkt auf Drehbuch und Regie. In seinen Arbeiten verbindet er dokumentarische Beobachtungen mit fiktionaler Inszenierung. Sein erster Kurzfilm NICHT WEIT RAUS wurde 2021 von der Deutschen Filmakademie Produktion gefördert und auf mehreren Filmfestivals gezeigt. Sein Abschlussfilm HARIKA feierte im Januar 2026 beim Filmfestival Max Ophüls Preis Premiere und wurde als bester mittellanger Film ausgezeichnet. Aktuell studiert Beran Ergün im Diplomstudiengang an der Kunsthochschule für Medien Köln und arbeitet an seinem ersten Langfilm. Parallel entwickelt er den dokumentarischen Kurzfilm GEGENGERADE (AT), gefördert von der Medienförderung Rheinland-Pfalz.

Filmografie

Regie & Drehbuch:

2026 HARIKA
2021 NICHT WEIT RAUS

Stand: 13.08.2026

Jurybegründung zur Nominierung:

Ein Gerücht genügt, um eine ganze Gemeinschaft in Bewegung zu setzen. Doch HARIKA interessiert sich weniger für das Ereignis selbst als für die Menschen, die darum kreisen. Mit großer Leichtigkeit unterläuft der Film Erwartungen, verweigert offensichtliche Auflösungen und findet gerade darin seine besondere erzählerische Freiheit. Die bewegliche Kamera beobachtet das Geschehen mit Offenheit und schenkt Figuren und Milieus Aufmerksamkeit, die im deutschen Kino viel zu selten sichtbar werden. Authentisch, überraschend und voller feiner Beobachtungen entsteht das Porträt einer Gemeinschaft, das konsequent mit Klischees bricht und dadurch umso wahrhaftiger wirkt.

HARIKA

Zwei Kinder, ein Chihuahua, ein Boxstudiobesitzer und ein Eimer Wasserballons treffen an einer Kreuzung aufeinander. Inmitten einer Kleinstadt werfen Erdem und Yasin mit Wasserballons um sich. Als bei dem Jugendstreich ein Chihuahua getroffen wird, rennen die beiden Freunde panisch davon. Unentwegt breitet sich das Ereignis in der Gemeinschaft aus und wird immer größer. Ist dem Hund von Arkan, dem Betreiber des Boxstudios doch weitaus schlimmeres passiert? Das harmlose Gerücht schwebt durch die Kleinstadt und wird zum Porträt des Zusammenlebens.

Ausbildungsstätte: Hochschule Mainz
Produktion: Hochschule Mainz
Filmkategorie: Kurzfilm
Länge: 29 Minuten

Stab

Regie Beran Ergün
Drehbuch Beran Ergün
Kamera David Goralsky
Schnitt Beran Ergün
Ton Gürkan Özkaya
Sound Design & Tonmischung Tim Elzer
Oberbeleuchtung Leif Plath
Produktionsleitung Sophie Beckmann
Szenenbild Sophie Beckmann
Kostüm Vi Tran
Maske Vi Tran
Filmmusik David Goralsky
Mixing Supervisor Ralf Schipke
VFX Linus Käpplinger
Farbkorrektur Fabian Martin Anger
Darsteller:innen Tuğra Özdemir (Yasin), Abdurrahman Ceylan (Erdem), Günfer Cölgeçen (Canel), Ali Ayhan (Arkan), Mücahit Altun (Eren), Sergen Meral (Cem), Eylül Jülide Gönel (Elif), Yasmin Münter (Meltem), Taylan Erdoğan (Mert), Nuri Furkan Arslan (Ahmet)

Roozbeh Gezerseh & Soraya Shamsi
Zwei Personen stehen nebeneinander und blicken nach vorne. Beide tragen grüne Oberteile und haben dunkles Haar. Der Hintergrund ist einfarbig und hell, und beide haben einen neutralen Gesichtsausdruck.
© Soraya Shamsi

Roozbeh Gezerseh

Roozbeh Gezerseh wurde in Teheran, Iran, geboren. Nach einem Bachelorstudium im Fach Grafikdesign an der Universität Gilan absolvierte er einen Master in Malerei an der Kunstuniversität Teheran. Seit 2010 nahm er mit seinen Arbeiten an zahlreichen Gruppen- und Ausstellungprojekten in den Bereichen Malerei und Fotografie im Iran und in Schottland teil und wurde mehrfach für Grafikdesign und Malerei ausgezeichnet. 2018 zog Roozbeh Gezerseh nach Deutschland und studierte Animationsregie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, wo er einen weiteren Masterabschluss erwarb. Seine künstlerische Arbeit verbindet Bildende Kunst und Animation.

Filmografie

Regie:

2026 GROWING STONES, FLYING PAPERS

Stand: 13.08.2026

Soraya Shamsi

Soraya Shamsi wurde in Isfahan, Iran, geboren und studierte Grafikdesign an der Universität Gilan. Anschließend arbeitete sie mehrere Jahre als freiberufliche Grafik- und Game-Designerin im Iran. 2018 zog Soraya Shamsi nach Deutschland und absolvierte den Masterstudiengang Animationsregie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Während des Studiums realisierte sie mehrere Animationsfilme und vertiefte ihre Arbeit in den Bereichen 2D- und Cut-out-Animation. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von grafischer Gestaltung und animiertem Erzählen.

Filmografie

Regie:

2026 GROWING STONES, FLYING PAPERS

Stand: 13.08.2026

Jurybegründung zur Nominierung:

Selten gelingt es einem Animationsfilm, einen so großen Assoziationsraum zu öffnen wie GROWING STONES, FLYING PAPERS. Ohne viele Worte erzählt der Film von Angst, Widerstand und der Verantwortung des Einzelnen gegenüber einer autoritären Gesellschaft. Die markante Holzschnittästhetik verleiht der Geschichte ihre visuelle Identität und verbindet politische Dringlichkeit mit poetischer Kraft. Jede Einstellung ist sorgfältig komponiert und entfaltet eine Spannung, die weit über das konkret Gezeigte hinausreicht. Ein eindrucksvoller Animationsfilm, dessen Ästhetik nicht nur das Erzählte unterstützt, sondern darüber hinaus Bildsprache und gesellschaftliche Relevanz auf bemerkenswerte Weise zusammenführt.

GROWING STONES, FLYING PAPERS

Unter einer immer stärker werdenden Diktatur versteckt sich ein Schriftsteller in seiner Wohnung und hält in stiller Widerstandshaltung die Wahrheit fest. Als sie in Gefahr gerät, ist er der einzige Zeuge und muss sich zwischen Schweigen und Handeln entscheiden.

Ausbildungsstätte: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Filmkategorie: Kurzfilm (Animation)
Länge: 12 Minuten

Stab

Regie Roozbeh Gezerseh, Soraya Shamsi
Producer:in Soraya Shamsi
Drehbuch Roozbeh Gezerseh, Soraya Shamsi
Animation Roozbeh Gezerseh, Soraya Shamsi
Zusätzliche Animation Emilia Zieser, Marie Heindel, Vincent Susid
Schnitt Roozbeh Gezerseh
Ton Sufian Auda, Fanny Huder
Mischung Weronika Malinowska
Filmmusik Ilja Gussarov
Darsteller:innen Viktoria Schreiber (auch Sprecherin), Sina Genschel, Karl Seibt (auch Sprecher), Max Mühlhoff

Hae-Sup Sin
Eine Person mit kurzen schwarzen Haaren, die ein beiges Hemd mit Kragen trägt, blickt leicht in Richtung Kamera und posiert vor einem schlichten hellgrauen Hintergrund.
© Mischa Mueller

Hae-Sup Sin wurde 1991 geboren und ist ein schweizerisch-koreanischer Regisseur aus Opfikon. 2015 begann er sein Sutdium der Spielfilmregie an der Zürcher Hochschule der Künste und schloss dieses 2025 mit dem Master ab. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen kulturübergreifende Geschichten und diasporische Lebensrealitäten. 2026 wurde Hae-Sup Sin für das EFP Future Frames-Programm beim Karlovy Vary International Film Festival ausgewählt und gewann mit seinem Kurzfilm den Publikumspreis des Palm Springs International ShortFest. Derzeit entwickelt er seinen ersten Langspielfilm SOME KOREAN SUMMER.

Filmografie

Regie:

2026 BAN DAL
2024 LA JOIE DE VIVRE
2022 UNFAMILIAR FAMILIAR
2019 ANNA DONGMU
2017 YORI

Stand: 13.08.2026

Jurybegründung zur Nominierung:

Was verbindet zwei Mütter, die denselben Sohn lieben, aber völlig unterschiedliche Erinnerungen mit ihm teilen? BAN DAL nähert sich dieser Frage mit großer Sensibilität und bemerkenswerter erzählerischer Reife. Statt dramatischer Zuspitzung vertraut der Film den leisen Momenten und entwickelt gerade daraus seine emotionale Kraft. Die Begegnung unterschiedlicher Kulturen, Sprachen und Lebensentwürfe wird mit großer Zartheit erzählt und eröffnet einen vielschichtigen Blick auf Herkunft, Identität und Zugehörigkeit. Herausragend getragen vom fein nuancierten Spiel seiner Darstellerinnen gelingt ein Kurzfilm, der lange über seinen Schluss hinaus nachwirkt.

BAN DAL

Die Schweizerin Annette begleitet ihren adoptierten Sohn nach Südkorea, um seine leibliche Mutter zu treffen. Doch das Wiedersehen konfrontiert beide Mütter mit unausgesprochenen Gefühlen, alten Wunden und der Frage, was es wirklich bedeutet, Mutter zu sein.

Ausbildungsstätte: Züricher Hochschule der Künste
Produktion: Züricher Hochschule der Künste
Filmkategorie: Kurzfilm
Länge: 21 Minuten

Stab

Regie Hae-Sup Sin
Produktion So Yeong Jeon, Jonas Tawam
Drehbuch Hae-Sup Sin
Kamera Kyeong Yeob Choo
Schnitt Tereza Daniell
Ton Nam Gyu Ha
Filmmusik Paul Taro Schmidt
Darsteller:innen Lale Yavaş, Eun Jung Shin, Mina An, Hae-Sup Sin

Über die Nominierungen in der Kategorie Kurzfilm hat die Spielfilmjury, bestehend aus Catherine Colas, Bella Halben, Philipp Kreuzer, Nele Mueller-Stöfen und Karl Schirnhofer entschieden.