Michael Ballhaus Preis
Lea Dähne, geboren 1992, verbrachte ihre Jugend in Norwegen, lebt und arbeitet in München. Sie studierte Kamera an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihr Debüt als Director of Photography gab sie 2025 mit ZWEIGSTELLE (Regie: Julius Grimm), der beim Filmfest München Premiere feierte und mit dem National Audience Award ausgezeichnet wurde. Mit RUN ME WILD setzte sie ihre Zusammenarbeit mit einer neuen Generation von Regisseur:innen fort.
Filmografie
Kamera:
2026 PÄCKCHEN (AT)
2025 RUN ME WILD
2025 ZWEIGSTELLE
2024 NEUN TAGE IM AUGUST
2024 ZU GROSS FÜR SPÄTER
2023 FRANKY
2023 DAS JÜNGSTE GERÜCHT
2022 GLÜCKSTAG
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
In RUN ME WILD wird die Kamera zur Erzählerin. Sie findet eindrucksvolle Bilder für eine Geschichte, die von inneren Verletzungen und vorsichtiger Annäherung erzählt. Mit großer Sensibilität nähert sie sich ihrer Protagonistin und lässt ihr zugleich den Raum, den ihre Geschichte braucht. Licht, Bildkomposition und der Wechsel zwischen bewegter und ruhiger Kamera schaffen eine Atmosphäre, die sich nie in den Vordergrund drängt und gerade dadurch ihre Wirkung entfaltet. Viele Einstellungen dürfen stehen bleiben und geben den Figuren Zeit, sich vor den Augen des Publikums zu entfalten. Eine präzise Kameraarbeit, die das Erzählen konsequent unterstützt.
RUN ME WILD
Toni (Luna Jordan) spricht nicht über ihre Vergangenheit. Sie stemmt lieber Gewichte, bis die Hände zittern. Oder lenkt sich mit der Arbeit in der Gärtnerei ihrer Eltern (Johanna Wokalek und Thomas Loibl) ab. Doch immer öfter holen ihre traumatischen Erinnerungen sie ein. Als Toni die abenteuerlustige Anna kennenlernt, entwickelt sich zwischen beiden mehr als Freundschaft. Anna bringt Leichtigkeit in Tonis Alltag. Aus Vertrautheit wird Anziehung, aus Anziehung etwas, das Toni kaum zuzulassen wagt. Während sich Toni vorsichtig auf Anna einlässt, macht in der Gegend ein Gerücht die Runde: Ein Tiger streunt frei herum – und es ist nicht klar, woher er stammt und wohin er geht. Für Toni ein alberner PR-Gag, für Anna ein Abenteuer. Doch je mehr Anna Toni herausfordert, desto häufiger schleicht sich der Tiger in Tonis Träume. Auf einer Party kippt die Balance endgültig. Toni verliert die Kontrolle über Körper und Sinne, ein Gefühl, das sie nie wieder erleben wollte. Und inmitten eines dunklen Hopfenfeldes, steht das Raubtier plötzlich vor ihr – kein Traum mehr, sondern Wirklichkeit.
Ausbildungsstätte: Hochschule für Fernsehen und Film München
Produktion: Hochschule für Fernsehen und Film München
Filmkategorie: Abendfüllender Spielfilm
Länge: 86 Minuten
Stab
Regie Catharina Lott
Produktion Paul Beck, Friedemann Goez, Marius Beck, Jörg Balzer
Drehbuch Madeleine Hartung
Kamera Lea Dähne
Schnitt Catharina Lott, Jonas Riedinger
Ton Klaus Hobby, Marc Parisotto
Kostümbild Kathrin Stich
Maskenbild Christine Rose
Szenenbild Jan Heinrichs, André Plattner, Anna-Lena Eder
Filmmusik Raphael Lott
Licht Henri Nunn
Redaktion Natalie von Lambsdorff, Theodor Fusban
Darsteller:innen Luna Jordan, Renée Gerschke, Johanna Wokalek, Thomas Loibl, Dionne Wudu, Markus Wiedemann, Sina Wilke, Lisa Bitter, Linda Berthold, Hannah Werner, Susanne Daubner, Abel Haffner, Marc Hüffer
Lea Pech, geboren 1996, ist Kamerafrau und lebt in Berlin. Sie studierte an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und arbeitete bereits während des Studiums an zahlreichen Kurzfilmen, die international ausgezeichnet wurden. NOAH feierte 2025 Premiere beim Cairo International Film Festival und wurde 2026 mit dem Max Ophüls Preis für den gesellschaftlich relevantesten Film ausgezeichnet. Neben ihrer Arbeit für Kino- und Fernsehproduktionen ist Lea Pech international in den Bereichen Werbung, Fashion und Musikvideo tätig.
Filmografie
Kamera:
2025 NOAH
2025 UNTEN IM GARTEN
2019 DRECK
2018 TEUFELSKRALLE
2018 DEFORM
2017 PTOK
2016 MEIN VATER UND ICH
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
NOAH entwickelt für seine unterschiedlichen Erzählstränge jeweils eine eigene visuelle Identität und verbindet sie dennoch zu einem überzeugenden Ganzen. Die differenzierte Bildgestaltung macht Perspektiven sichtbar, ohne sie gegeneinander auszuspielen, und zeugt von einem klar durchdachten gestalterischen Konzept. Der bewusste Einsatz verschiedener optischer Mittel und eine präzise Lichtgestaltung verleihen dem Film eine eigenständige Handschrift. Besonders beeindruckend ist dabei die Konsequenz, mit der formale Entscheidungen aus den jeweiligen Figuren und Situationen heraus entwickelt werden. Eine ambitionierte Kameraarbeit, die großes gestalterisches Potenzial erkennen lässt und neugierig auf kommende Arbeiten macht.
NOAH
Als Noah nach einer Polizeikontrolle stirbt, entfaltet sich eine verhängnisvolle Nacht. Für seine Mutter beginnt schon auf dem Weg zum Krankenhaus der Kampf gegen die Trauer und die Mauern der Behörden. Zwei Freund:innen, die in derselben Nachbarschaft wie Noah leben, geraten nach der Nachricht seines Todes in rasende Wut und suchen dafür ein Ventil. Und Ibrahim, ein Polizist, wird Zeuge, wie seine Einsatzgruppe wegen Vorurteilen folgenschwere Fehler begeht. Vier Schicksale, die sich miteinander verschränken – und über denen die Frage schwebt: Wie viel mehr müssen wir noch leisten, um in dieser Gesellschaft dazuzugehören?
Ausbildungsstätte: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Schuldenberg Films GmbH & Co. KG, rbb
Verleih W-Film Distribution
Filmkategorie: Abendfüllender Spielfilm
Länge: 80 Minuten
Stab
Regie Ali Tamim
Produktion Fabian Altenried, Sophie Ahrens, Kristof Gerega
Producer:in Lisa Wischer
Kamera Lea Pech
Schnitt Gerard Cañadas Cerdan
Sound Design Bertold Budig
Mischung Jonas Schüler
Szenenbild Florence Stadelmann, Henrike Heiland
Kostümbild Marilena Büld
Maskenbild Leo Stern, Rim Zemuye
Filmmusik Felix Römer
Visual Effects Sebastian Esposito
Special Effects Dawid „Isi“ Swatko
Redaktion Verena Veihl
Darsteller:innen Joyce Sanha, Steven Sowah, Meriam Abbas, Doğa Gürer
Leo Schmidt, geboren 1990, studierte Bildgestaltung/Kamera an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Als Bildgestalter und Kameramann arbeitet er für Kino, Dokumentarfilm und Fernsehen. Seine Filme wurden unter anderem beim achtung berlin filmfestival ausgezeichnet. Des Weiteren war er an Produktionen beteiligt, die den Deutschen Kamerapreis, den Bayerischen Fernsehpreis sowie Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis erhielten. Internationale Dreharbeiten führten Leo Schmidt unter anderem nach Mexiko, Argentinien, Kolumbien, Ruanda und Grönland.
Filmografie
Kamera:
2026 KING OF WAR
2024 LICHTER DER STRASSE
2022 KALB
2022 MORROW
2021 BALKONIEN
2019 LONG DAYS
Regie & Kamera:
2020 DISTANCE IN BETWEEN
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
Die Bildgestaltung von KING OF WAR entwickelt eine eigene filmische Sprache, die das Publikum direkt an der Reise ihrer Hauptfigur teilhaben lässt. Dokumentarische Arbeitsweise und präzise komponierte Einstellungen greifen selbstverständlich ineinander und schaffen eine Welt, die zugleich rau und poetisch wirkt. Der bewusste Wechsel zwischen Handkamera, statischen Bildern und gezielten Zooms folgt stets der Dramaturgie und verleiht dem Film eine durchgehend stimmige visuelle Handschrift. Besonders die Außenräume und die variantenreich inszenierten Autofahrten zeigen ein sicheres Gespür für Rhythmus und Raum. Eine Kameraarbeit, die ihre gestalterischen Entscheidungen konsequent aus der Geschichte entwickelt.
KING OF WAR
Um nicht ins Militär eingezogen zu werden, nimmt der Schmuggler Jep einen ungewöhnlichen Auftrag an: Er soll einen kleinen Hund zu seinem neuen Besitzer an die Front bringen. Auf seiner Reise durch das namenlose Kriegsgebiet begegnet er verlassenen Schauplätzen des Krieges, feiernden Blauhelmsoldaten und einem Deserteur auf der Flucht, den er in Sicherheit bringen soll. Doch das würde ihn in die entgegengesetzte Richtung führen. Jep muss ihn irgendwie loswerden. Und als es ihm am Ende tatsächlich gelingt, den Hund an der Front abzuliefern, und es so scheint, als hätte er sich wieder einmal aus allem Schlamassel herausgewunden, wird er zum ersten Mal mit den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert.
Ausbildungsstätte: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 40 Minuten
Stab
Regie Die Nepomuks (Samuel N. Schwarz & Valentin Wanker)
Produktion Eline Weßkamp
Drehbuch Die Nepomuks (Samuel N. Schwarz & Valentin Wanker)
Kamera Leo Schmidt
Schnitt Alexander Borowski
Sound Design Johannes Luppa, Tim Andersen, Julian Maßmann
Kostüm Leonie Schöning
Maske Emmie Quade, Svitlana Karelova
VFX Supervisor Valentino Rentz
Szenenbild Dorka Kreisz
Redaktion Meike Klingenberg (ZDF/3Sat), Elisabeth Rupp (ZDF/3Sat)
Filmmusik Christa Abels
Darsteller:innen Andreas Döhler, Noah Tinwa, Morgane Ferru, Karin Neuhäuser, Martin Reckers, Vlad Legendi, Caspar Gierden Collieux, Irma Trommer & Lili
Über Nominierung und Auszeichnung in der Kategorie Michael Ballhaus Preis haben die Bildgestalter:innen Bella Halben und Klemens Hufnagl als Vertreter:innen der Spiel– und Dokumentarfilmjury entschieden.