No Fear – Bernd Eichinger Award
Justus Hagemann wurde 1999 in Berlin geboren und studierte Film- und Fernsehproduktion an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Internationale Erfahrungen sammelte er während längerer Aufenthalte in Kanada und Chile sowie bei einem Auslandssemester an der Escuela Internacional de Cine y Televisión auf Kuba. Sein Abschlussfilm VOM BÖSEN BLICK feierte 2026 Premiere beim Filmfestival Max Ophüls Preis und wurde anschließend beim Krakow Film Festival gezeigt. Darüber hinaus arbeitet Justus Hagemann als Produktionsleiter, Green Consultant und Redakteur für Film- und Fernsehproduktionen.
Filmografie
Produktion:
2026 VOM BÖSEN BLICK
2026 SONNENFLECKEN
2024 GUTAR.G
2023 BITTE.DANKE.GENAU
2022 IM HAUS GOTTES
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
VOM BÖSEN BLICK zeigt eindrucksvoll, wie eng künstlerische und produzentische Arbeit miteinander verbunden sein können. Die Produktion schafft die Voraussetzungen für einen Film, der sich einem komplexen und sensiblen Thema mit großer Sorgfalt nähert. Persönliche Erfahrungen flossen dabei produktiv in den Entwicklungsprozess ein und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Sowohl der auf größtmögliche Authentizität ausgerichtete Castingprozess als auch die Arbeit mit Jugendlichen erforderten ein hohes Maß an Präzision und Verantwortungsbewusstsein. Darüber hinaus gelang es der Produktion eine unterstützende Arbeitsatmosphäre und trotz der thematischen Schwere Momente der Leichtigkeit zu schaffen. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die zeigt, wie stark kreative Partnerschaft einen Film prägen kann.
VOM BÖSEN BLICK
Der Suizid eines Jugendlichen aus dem Jugendclub Q3 reißt die Sozialarbeiterin Luca aus dem Gleichgewicht. Als ihr Freund und Kollege Kiran unter Verdacht gerät, eine unangebrachte Nähe zu dem Jungen gehabt zu haben, kämpft sie für seine Unschuld – zerrissen zwischen Vertrauen, Verantwortung und ihren eigenen moralischen Überzeugungen beginnt eine schmerzhafte Suche nach der Wahrheit.
Ausbildungsstätte: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, rbb
Filmkategorie: Kurzfilm
Länge: 29 Minuten
Stab
Regie Yann Rehberg
Drehbuch Yann Rehberg, Jasper Zeitz
Kamera David Bergmann
Szenenbild Felipa Goltz
Schnitt Rosa Gocht
Tongestaltung Jonas Albani
Kostümbild Andy Lin Mrozek, Eva Lempelius
Maskenbild Marlene Fuchs
Filmmusik Jan Glauser
Produktionsleitung Ben Hüttig
Bastian Kühne-Delarocque, geboren 1995, ist deutsch-französischer Producer. Nach seinem Bachelorstudium an der Leuphana Universität Lüneburg und der Hamburg Media School arbeitete er mehrere Jahre für die Produktionsfirma maze pictures in Berlin. 2025 schloss er den Masterstudiengang Inszenierung der Künste und Medien ab. Parallel realisierte er Kurzfilme, Podcasts und Video-Essays und war sowohl für etablierte Produktionsfirmen als auch für Nachwuchsprojekte tätig. Heute arbeitet Bastian Kühne-Delarocque freiberuflich in der Filmentwicklung und Produktion, unter anderem für das Museum Barberini sowie an dem Spielfilm SADE.
Filmografie
Produktion:
2026 SADE
2025 HEIMGESUCHT (Produktionsleitung)
2024 I THINK I SAW YOU TRY
2023 SCHREIENDES SCHWEIGEN (Co-Regie)
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
HEIMGESUCHT zeugt von einer besonderen produzentischen Leistung, die weit über die organisatorische Realisierung eines Dokumentarfilms hinausgeht. Über einen langen Zeitraum ist es gelungen, das Vertrauen der Protagonist:innen zu gewinnen und einen geschützten Raum zu schaffen, in dem persönliche Erinnerungen und traumatische Erfahrungen ihren Platz finden können. Gerade die behutsame Begleitung dieses sensiblen Prozesses verleiht dem Film seine besondere Kraft. Die Produktion schafft die Voraussetzungen dafür, dass Nähe entstehen kann, ohne Grenzen zu überschreiten. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie verantwortungsvolles Produzieren zu einer tragenden künstlerischen Qualität wird.
HEIMGESUCHT
In der Nachkriegszeit wurden Millionen Kinder zu sechswöchigen Kuren verschickt, um sich zu erholen. Doch viele erlebten Heimweh, Angst und Gewalt. So auch im DRK-Kinderkurheim Johannaberg bei Detmold am Rande des Teutoburger Waldes.
Jahrzehnte später steigt eine Gruppe von Zeitzeug*innen abermals in den Zug und macht sich auf die Reise. Eine Woche ziehen sie in das mittlerweile leerstehende und verfallene Gebäude. Am Ort des Geschehens verarbeiten sie ihre Kindheitserinnerungen zu Szenen – und erwecken das Heim wieder zum Leben.
Ausbildungsstätte: Freie Einreichung
Produktion: Freie Einreichung
Filmkategorie: Dokumentarfilm
Länge: 75 Minuten
Stab
Regie Silas Degen
Buchvorlage Anja Röhl
Produktion Bastian Kühne-Delarocque
Ausstattung Katharina Zerr
Kostümbild Antje Sternberg
Schauspiel Michaela Allendorf
Bildgestaltung Léa Morelli
Schnitt Pia van den Bruck
Tongestaltung Leon Fiedler
Musik Max van Dusen
Tristan Schneider
Tristan Schneider fand über die Kameratechnik zum Film und realisierte zunächst Kurzfilme und Musikvideos. Nach einem BWL-Studium, der Gründung der Produktionsfirma Manuelfilm sowie Stationen bei Lure Media und Bigfish studierte er von 2020 bis 2025 Internationale Produktion an der Filmakademie Baden-Württemberg. Die von ihm produzierten Filme liefen auf zahlreichen internationalen Festivals, darunter die Berlinale, DOK Leipzig, die Internationalen Hofer Filmtage, das Festival de San Sebastián und das Locarno Film Festival.
Filmografie
Produktion:
2025 PARADEISA
2024 JÄHRLINGE
2022 DENN WIE MAN SICH BETTET
2022 BORDER CONVERSATIONS
Stand: 13.08.2026
Julius Wieler
Julius Wieler wuchs in Essen auf und gründete 2018 eine Produktionsfirma, mit der er Kurzfilme, Musikvideos und Werbespots realisierte. Anschließend studierte er Produktion mit Schwerpunkt Executive & Line Producing an der Filmakademie Baden-Württemberg und produzierte zahlreiche Kurz- und Dokumentarfilme. Der von ihm produzierte Kurzfilm DER BADEANZUG wurde auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet und war Teil der deutschen Einreichung für die Academy Awards. Während seines Studiums arbeitete Julius Wieler zudem als Producer in Toronto, unter anderem an der Disney+-Dokumentarserie „The End of an Era“. 2026 schloss er sein Studium mit dem Spielfilm PARADEISA ab, der beim Locarno Film Festival seine Weltpremiere feiert. Aktuell arbeitet Julius Wieler als Producer an der SWR-Serie Bolzen.
Produktion:
2025 PARADEISA
Stand: 13.08.2026
Jurybegründung zur Nominierung:
PARADEISA ist eine Produktion, die inhaltlich und formal ein Wagnis eingeht. Die autobiografische Nähe zum Stoff stellte dabei in vielerlei Hinsicht eine besondere Herausforderung dar. Die Produzenten überzeugten insbesondere durch ihren verantwortungsvollen Umgang mit den Kreativen und den realen Vorbildern. Dass der Film seiner eigenen Erzählweise konsequent folgt, Raum schafft für unterschiedliche filmische Ebenen und sich einfachen Erklärungen bewusst entzieht, ist auch Ausdruck einer mutigen produzentischen Entscheidung. Eine Produktion, die künstlerisches Risiko nicht nur ermöglicht, sondern aktiv mitträgt.
PARADEISA
Lou will ihre Familie zusammenhalten. Also hilft sie ihrem verrückten Künstlervater, seinen eigenen Tod vorzutäuschen, damit seine Bilder endlich etwas wert sind. Doch die Lüge wird immer größer und droht, alles zu verschlingen, und Lou erkennt, dass Loslassen vielleicht der einzige Weg nach vorn ist.
Ausbildungsstätte: Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Filmkategorie: Abendfüllender Spielfilm
Länge: 79 Minuten
Stab
Regie Marleen Valien
Producer:innen Julius Wieler, Tristan Schneider
Produktion Christoph Holthoff, Daniel Reich
Ko-Produktion Catherine Baikousis, Toni Jaschke
Produktionsleitung Ludwig Meck
Drehbuch Marleen Valien, Max Rauer
Kamera Max Rauer
Schnitt Vreni Sarnes, Lukas Wengorz, Tim Plaster
Animation Supervisor Ilya Barrett
Sound Design Bjarne Taurnier
Originalton Johann Meis
Sound Supervisor Jonathan Dönges
Szenenbild Teresa Berner, Felicitas Püls
Kostümbild Angela Queins
Maskenbild Charlotte Fleck
Filmmusik Constantin Rinke, Jonas Vogler
Redaktion Melvina Kotios
Über die Nominierungen in der Kategorie No Fear – Bernd Eichinger Preis haben die Produzent:innen Arash T. Riahi und Ira Tondowski als Vertreter:innen der Spiel– und Dokumentarfilmjury entschieden.