Big Audience Award
Marlene Bischof
Marlene Bischof wurde 1990 in München geboren. Seit 2016 entwickelt und inszeniert sie mit Nicolai Zeitler diverse Kurzfilme und Werbespots, mit denen sie diverse Preise gewannen, darunter den ADC Directors Award in Gold. Darüberhinaus ist sie als Behindertenassistentin und Dramaturgin an einem Inklusionstheater tätig. I AM THE GREATEST ist ihr erstes Langspielfilmprojekt. Aktuell arbeiten sie gemeinsam an ihrem nächsten Stoff „Ich geh ein, Ich geh aus“, das vom Kuratorium junger deutscher Film gefördert wurde.
Filmografie (Auswahl)
Regie & Drehbuch:
2025 I AM THE GREATEST
2021 ALLES ÜBEL DER WELT
2018 BABY
2018 BLOOD, HEAD & CHEERS
2015 ALEXANDRA
Stand: 21.08.2025
Nicolai Zeitler
Nicolai Zeitler wurde in Berlin geboren. Nach einem Medienkunststudium zog er nach München, um an der Hochschule für Fernsehen und Film Regie zu studieren. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und erhielt für seinen Kurzfilm „Alles Übel der Welt“ den Schnitt-Nachwuchspreis des Deutschen Kamerapreises. Zudem arbeitete er bei der ZDFneo-Serie „Fett und Fett“ als Producer und Schauspieler. Seit 2016 entwickelt und inszeniert er mit Marlene Bischof Kurzfilme und Werbespots, die auf nationalen und internationalen Festivals liefen und Preise gewannen, darunter den ADC Directors Award in Gold. I AM THE GREATEST ist ihr erstes Langspielfilmprojekt. Aktuell arbeiten sie gemeinsam an ihrem nächsten Stoff „Ich geh ein, Ich geh aus“, das vom Kuratorium junger deutscher Film gefördert wurde.
Filmografie (Auswahl)
Regie & Drehbuch:
2025 I AM THE GREATEST
2021 ALLES ÜBEL DER WELT
2018 BABY
2018 BLOOD, HEAD & CHEERS
2015 ALEXANDRA
Stand: 21.08.2025
Jurybegründung zur Nominierung:
Sieben Episoden, sieben Perspektiven, ein klug gebautes Kaleidoskop menschlicher Überforderung: I AM THE GREATEST bringt innere Monologe zum Klingen, macht aus alltäglichen Momenten schweißtreibende Mini-Dramen und bleibt dabei humorvoll, überraschend und nahbar. Die Figuren sind zugespitzt, ihre Krisen universell erzählt, die formale Umsetzung ist pointiert und abwechslungsreich. Dass sich so viele Zuschauer:innen in mindestens einer Geschichte wiederfinden, ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines genauen, genreaffinen Erzählens. Ein smart konzipierter Episodenfilm, der über Altersgrenzen hinweg unterhält, mit klarem Gespür für Rhythmus und die stets richtige Tonalität.
I AM THE GREATEST
I AM THE GREATEST wirft uns in die Köpfe von sieben Menschen, die mit dem Druck und Chaos unserer Zeit kämpfen. Wir erleben ihre Gedanken, Tagträume und Fantasien, während sie versuchen, in einer überfordernden Welt nicht unterzugehen. Sieben alltägliche Situationen, die zu schweißtreibenden Abenteuern werden: DANIEL wird auf einer überfüllten Straße angerempelt und stellt sich vor, dem Fremden Manieren beizubringen. Ein erstes Date ist für MARIE vor allem eins: Purer Stress! Was, wenn er merkt, wie gestört sie ist…? ROBERT sieht die anderen Eltern auf dem Spielplatz und ertrinkt in Selbstzweifeln. Allein nachts in ihrem Zimmer hört YARA seltsame Geräusche – ein Monster oder ihre Mama? KARSTEN ist auf der Überholspur. Wer bremst, verliert. AGATHE sucht nach einer Trennung inneren Frieden, doch die Wut bleibt. LENNY träumt von MO, seinem Idol – und davon, endlich gesehen zu werden.
Ausbildungsstätte: Hochschule für Fernsehen und Film München, Freie Einreichung
Produktion: Hochschule für Fernsehen und Film München, Berghaus Wöbke Filmproduktion
Filmkategorie: Abendfüllender Spielfilm
Länge: 90 Minuten
Drehformat: RED Komodo 5k
Stab
Regie Nicolai Zeitler, Marlene Bischof
Drehbuch Nicolai Zeitler, Marlene Bischof
Bildgestaltung Rebecca Meining
Szenenbild Lisa Geller
Ton Philip Hutter, Stefan Postavka
Kostümbild Nadine Wagner
Maskenbild Julia Schlotke, Steffen Rossmanith
Montage Nicolai Zeitler
Musik Giovanni Berg, Richard Ruzicka
Produzent:innen Anna-Malike Eigl, Thomas Wöbke, Philipp Trauer
Redaktion Lucia Haslauer (ZDF Das kleine Fernsehspiel), Simon Ofenloch, Ann-Sophie Müller (ARTE)
Sounddesign und Mischung Andrew Mottl, Andreas Goldbrunner
Aleksandr Kim wurde 1983 in Bischkek, Kirgisistan, geboren und mit koreanischen Wurzeln, entdeckte bereits in der Schulzeit seine Leidenschaft für das Erzählen. 2006 schloss er ein Jurastudium ab und gründete 2004 die erste LGBTQ+ Organisation in Zentralasien, in der er bis 2015 als Jurist und Projektkoordinator tätig war. 2008 arbeitete er als Drehbuchautor und Moderator einer TV-Sendung, musste jedoch wegen seiner Trans-Identität seine Tätigkeit beenden. Es folgten Engagements als Regisseur und Schauspieler am Gala Theater Kreativwerkstatt in Bischkek. 2016 begann er ein Regiestudium an der VGIK Filmschule in Moskau, das er aufgrund von Diskriminierung abbrechen musste. 2019 floh er nach Deutschland und beantragte Asyl. Seit 2021 studiert er Filmregie an der ifs Internationale Filmschule Köln.
Filmografie (Auswahl)
Regie & Drehbuch:
2025 MEIN NAME AKIM
2024 DIE, DIE NICHT SEHEN, BRAUCHEN KEIN LICHT
2022 REIßVERSCHLUSS
2018 KNOPF
Regie:
2023 PARENTLESS
Stand: 21.08.2025
Jurybegründung zur Nominierung:
MEIN NAME AKIM erzählt ohne Schwere, aber mit großer Dringlichkeit, eine hochaktuelle Geschichte über Asyl und Sprachlosigkeit. Dies gelingt, weil der Macher seiner Hauptfigur mit Wärme, Witz und Respekt begegnet. Die Komplexität von Identität, Herkunft und bürokratischer Realität wird zugänglich und pointiert vermittelt, ohne jemals banal oder belehrend zu sein. Dass der Film sein Publikum sofort mitnimmt, liegt nicht nur an seiner erzählerischen Klarheit und seinem genauen Blick für Zwischentöne, sondern auch an einem herausragenden stilistischen Kniff: Wie die Hauptfigur versteht auch das Publikum zunächst nur Kauderwelsch – ein erzählerischer Kunstgriff, der unmittelbar erfahrbar macht, was es heißt, ausgeschlossen und sprachlich verloren zu sein. Das ist ebenso unterhaltsam wie berührend. Ein klug gebauter, prägnant erzählter Film, der relevante Themen mit Leichtigkeit, Empathie und kreativer Erzählfreude vermittelt.
MEIN NAME AKIM
Akim, ein Trans*Mann und politischer Geflüchteter, kämpft in einer Erstaufnahmeeinrichtung mit bürokratischen und sozialen Hürden. Sein Wunsch, Deutsch zu lernen, wird ihm verwehrt, da Sprachkurse nur anerkannten Geflüchteten zustehen.
Seine Transidentität hält er vor seinen Zimmernachbarn und den anderen Bewohner:innen der Unterkunft geheim aus Angst, diskriminiert zu werden. Abgeschoben in die Wäscherei, lebt er in einer Welt der Sprachlosigkeit – bis es dem jungen Kamil und einer Praktikantin gelingt, Akim langsam aus seiner Isolation zu befreien. Die Geschichte basiert auf den echten Erlebnissen des Regisseurs.
Ausbildungsstätte: ifs Internationale Filmschule Köln
Produktion: ifs Internationale Filmschule Köln
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 38 Minuten
Drehformat: Arri Alexa Mini 3; 2K
Stab
Regie Aleksandr Kim
Drehbuch Aleksandr Kim
Producerin & PL Alina Naomi Theis
Kreativ Produzentin Annalena Liesner
Kamera Jonas Thibaut
Szenenbild Felix Goral
Kostümbild Stella Roxane Scholz
Editing & Sound Design Sophia Timšin
Darstellerin Yun Huang
Stella Marie Markert begann 2017 ihr Studium der Filmproduktion an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr erster produzierter Kurzfilm HOT DOG lief auf zahlreichen internationalen Festivals wie u. a. dem Sundance Film Festival, dem Filmfestival Max Ophüls Preis sowie dem Filmfestival Clermont-Ferrand. 2019 nahm sie am Austauschprogramm der Pariser Filmschule La Fémis teil. Im Rahmen des Wettbewerbs „Europa im Film“, der vom Auswärtigen Amt anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft initiiert und gefördert wurde, gewann sie 2021 für HANDBOOK OF A PRIVILEGED EUROPEAN WOMAN einen der begehrten Preise. Seit August 2022 studiert sie Spielfilmregie im Master an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. DANKE FÜR NICHTS ist Stella Marie Markerts Spielfilmdebüt.
Filmografie (Auswahl)
Regie:
2025 DANKE FÜR NICHTS
2023 THE MOON
2022 K.ENGEL
2022 ANGELS
2021 KROCKETPARTIE
Produktion:
2020 HANDBOOK FOR A PRIVILEGED EUROPEAN WOMAN
2019 THIS WILL BE MY LAST CIGARETTE
2018 HOT DOG
Stand: 21.08.2025
Jurybegründung zur Nominierung:
Mit Mut, Tempo und schwarzem Humor erzählt DANKE FÜR NICHTS eine Geschichte über psychische Gesundheit, Freundschaft und Lebensmüdigkeit – ohne Pathos, ohne Erklärzwang. Stattdessen erleben wir eine publikumsnahe, sehr eigene Erzählhaltung, die ernste Themen mit Feinfühligkeit, Witz, Dynamik und emotionaler Tiefe verbindet. Die vier Hauptfiguren sind stark gezeichnet, die Dialoge pointiert, das Ensemble glaubwürdig. Der Film setzt auf Unterhaltung und schafft es, Tabus anzutasten, ohne moralisch zu werden.
Ein Film, der sich traut, komplexe Lebensrealitäten zugänglich zu erzählen und dem Publikum sogar ein Happy End schenkt.
DANKE FÜR NICHTS
Katharina, Ricky, Victoria und Malou leben in einer betreuten Wohngruppe. Seit Malou mit fünf erfahren hat, dass Wurst aus gepresstem Fleisch im Darm besteht, hat sie kein Wort mehr gesagt; Ricky hat mit 13 beschlossen, auch ohne Eltern in Deutschland zu bleiben; und Victoria ist der Inbegriff von Wohlstandsverwahrlosung. Und dann ist da noch Katharina, die eigentlich nie älter als 18 werden wollte, doch nun ist ihr Geburtstag schon in 2 Wochen. Die vier Freundinnen haben sich eine kleine anarchische Utopie gebaut – einen Gegenentwurf zu allem, was sie ablehnen: Eltern, Schule, Regeln. Mit ihrem unmotivierten Sozialarbeiter Ballack als halbherzigem Aufpasser geht das eigentlich ganz gut. Bis ihre „Leben und Leben lassen“-Vereinbarung durch Katharinas Vorhaben ins Wanken gerät. DANKE FÜR NICHTS ist ein Staying of Age-Film – über vier Jugendliche, die sich weigern, in eine Welt hineinzuwachsen, die sie längst abgeschrieben hat.
Ausbildungsstätte: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Schiwago Film GmbH
Filmkategorie: Abendfüllender Spielfilm
Länge: 105 Minuten
Drehformat: Arri Alexa 35 4,6k Open Gate
Stab
Regie Stella Marie Markert
Drehbuch Stella Marie Markert
Produzenten Marcos Kantis, Martin Lehwald
Producer Luc Vincent Hinrichsen
Redaktion Jörg Schneider (ZDF Das kleine Fernsehspiel)
Bildgestaltung Edgar Fischnaller, Jonas Kolahdoozan
Produktionsdesign Fritzi Heubaum
Kostümbild Sophie Peters
Maskenbild Annegret Schmidt, Hanne Hamann
Ton Yunzheng Hu, Henrik Gueffroy
Sound Supervisor Daniel Fehl
Montage Vreni Sarnes
Musik Rosa Lee Luna Markert
Casting Liza Stutzky, Andrea Rodríguez
Darsteller:innen Lea Drinda, Sonja Weißer, Safinaz Sattar, Zoe Stein, Jan Bülow, Kathrin Angerer, Sophie Rois, Ludger Bökelmann, Pablo Striebeck, Chenoa North-Harder, Trystan Pütter, u.v.m.
Über die Nominierungen in der Kategorie Big Audience Award haben die FIRST STEPS Veranstalter:innen vertreten durch Produzent Christopher Doll (für die Deutsche Filmakademie e.V.), Kerstin Freels (Leiterin der Abteilung Film im Rundfunk Berlin-Brandenburg), Christian Rohde (Produzent Constantin Film), Lisa Kreimeyer (Director Series DACH Netflix), Verena Schilling (Leiterin DTS Movies Prime Video), Stefan Gärtner (Senior Vice President im Bereich „Koproduktion und Filmpolitik“ Seven.One Entertainment Group), Johannes Züll (Geschäftsführer der Studio Hamburg Gruppe), Eric Bouley (Produzent UFA Fiction) und Margret Mackuth (Manager Local Productions Warner Bros.) entschieden.