Yun Huang
Eine Person mit kurzen dunklen Haaren, die einen schwarzen Blazer und ein weißes Hemd trägt, stützt ihr Kinn auf die Hand und blickt selbstbewusst in die Kamera vor einem glatten blauen Hintergrund mit Farbverlauf.
© Lisa Plamper

Yun Huang ist Schauspielerin, Autorin und Regisseurin. Geboren in China und aufgewachsen in Deutschland, absolvierte sie den BA in Physical Theatre an der Accademia Teatro Dimitri in der Schweiz und eine zeitgenössische Tanz-Ausbildung bei der Batsheva Dance Company in Israel. Ihre Schauspielkunst wurde stark von der amerikanischen und britischen Schule geprägt, u.a. durch Mentor:innen wie Susan Batson, Alex Taylor und John Hughes. Sie spielte in „Kleo“, diversen Arthouse-Filmen wie SILENT FRIEND, KOTTI EXPRESS, ENJOY YOUR STAY, Kinokomödien wie ALTER WEISSER MANN sowie in TV-Produktionen wie „Tatort“ oder „Soko“. 2024 schrieb, inszenierte und produzierte sie den Kurzfilm NON CI SEI und war Ko-Produzentin von KOTTI EXPRESS. Aktuell entwickelt sie die Dramedy-Serie „Realitree“. In SILENT FRIEND, von der Oscar-nominierten Regisseurin Ildikó Enyedi, ist sie an der Seite von Tony Leung und Léa Seydoux zu sehen.

Filmografie (Auswahl)

Schauspiel:

2025 MEIN NAME AKIM
2024 SILENT FRIEND
2024 ALTER WEISSER MANN
2024 ENJOY YOUR STAY
2021 „Kleo“
2019 SCHLAF
2018 „Tatort – Wir Kriegen Euch Alle“

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

Yun Huang verleiht der Figur Akim eine stille, eindringliche Kraft. Mit großer Feinfühligkeit macht sie die innere Zerrissenheit eines Menschen erfahrbar, der zwischen Identität, Isolation und Hoffnung gefangen ist. Ohne große Worte gelingt es ihr, die Verletzlichkeit, aber auch die Würde dieser Figur zu transportieren. Ihr Spiel ist reduziert, präzise und gerade dadurch tief berührend. Jede Szene lebt von ihrer Präsenz, ihrer Authentizität, ihrer emotionalen Offenheit. Sie trägt den Film mit großer Klarheit und verleiht einem oft übersehenen Schicksal eine starke, bleibende Stimme.

MEIN NAME AKIM

Akim, ein Trans*Mann und politischer Geflüchteter, kämpft in einer Erstaufnahmeeinrichtung mit bürokratischen und sozialen Hürden. Sein Wunsch, Deutsch zu lernen, wird ihm verwehrt, da Sprachkurse nur anerkannten Geflüchteten zustehen.
Seine Transidentität hält er vor seinen Zimmernachbarn und den anderen Bewohner:innen der Unterkunft geheim aus Angst, diskriminiert zu werden. Abgeschoben in die Wäscherei, lebt er in einer Welt der Sprachlosigkeit – bis es dem jungen Kamil und einer Praktikantin gelingt, Akim langsam aus seiner Isolation zu befreien. Die Geschichte basiert auf den echten Erlebnissen des Regisseurs.

Ausbildungsstätte: ifs Internationale Filmschule Köln
Produktion: ifs Internationale Filmschule Köln
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 38 Minuten
Drehformat: Arri Alexa Mini 3; 2K

Stab

Regie Aleksandr Kim
Drehbuch Aleksandr Kim
Producerin & PL Alina Naomi Theis
Kreativ Produzentin Annalena Liesner
Kamera Jonas Thibaut
Szenenbild Felix Goral
Kostümbild Stella Roxane Scholz
Editing & Sound Design Sophia Timšin
Darstellerin Yun Huang

Til Schindler
Eine junge Person mit lockigem braunem Haar und schwarzem T-Shirt blickt direkt in die Kamera, während sie ihren Nacken berührt, vor einem Hintergrund mit blauem Farbverlauf.
© Milli Rosa

Til Schindler, geboren 1993 in München, absolvierte sein Schauspielstudium an der Universität der Künste Berlin und studierte 2019 auch Szenisches Schreiben. Theaterengagements führten ihn ans Residenztheater München, Schauspielhaus Wien, Volkstheater Wien und mehrfach ans Deutsche Theater Berlin, wo er aktuell in „Sonne und Beton“ spielt. 2024 feierte sein Soloabend „The Look of it all“ am Pathos Theater München Premiere.
Vor der Kamera wirkte er in Kino- und Fernsehproduktionen wie THE MISANDRISTS, HUNDEFREUND, der ZDF-Serie „Echt Friends“ und SCHAM mit. Regisseur:innen mit denen er zusammenarbeitete waren u.a. Bruce La Bruce, Philipp Kadelbach, Hannu Salonen, Thomas Stiller, Rosa von Praunheim und Sandra Wollner. SCHAM feiert 2025 auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis Premiere; Schindler spielt hier seine erste Hauptrolle in einem Mutter-Sohn-Kammerspiel über häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch.

Filmografie (Auswahl)

Schauspiel:

2025 SCHAM
2024 SEX UND TOD
2024 ASCHE
2023 „Bad Influencer“
2023 „Echt Friends“
2021 „Tödliche Gier“
2020 „Der Ruf“
2020 „In den Binsen“

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

Til Schindler überzeugt in SCHAM mit einer intensiven und kompromisslosen Darstellung, die das emotionale Zentrum des Films bildet. In dem schonungslosen Kammerspiel trägt er die dramatische Zuspitzung eines Mutter-Sohn-Konflikts mit großer Präsenz und innerer Spannung. Seine Figur Aaron ist zerrissen zwischen Scham, Wut und dem verzweifelten Wunsch nach Aufarbeitung. Es sind all diese Gefühle, die Schindler mit beeindruckender Klarheit und Tiefgründigkeit sichtbar macht. Er zieht das Publikum in ein gnadenloses Wortgefecht, in dem jeder Blick, jede Pause mitschwingt. Eine Darbietung, die durch ihre emotionale Wucht und große schauspielerische Reife beeindruckt.

SCHAM

Aaron wurde als Kind von seiner Mutter Susanne geschlagen und im Alter von 7 Jahren von einem Unbekannten sexuell missbraucht. Heute, als junger Erwachsener, ist Aaron immer noch traumatisiert. Er wirft seiner Mutter vor, ihn als Kind nicht nur nicht beschützt, sondern auch selbst gequält zu haben. Nun ist er endlich an dem Punkt angelangt, an dem er das Schweigen brechen und seine Mutter damit konfrontieren kann. Zu seiner Überraschung konfrontiert sie ihn am Küchentisch seiner Eltern und wirft Aaron aggressiv vor, ihr Leben ruiniert zu haben. Die krassen Gegensätze und die Unvereinbarkeit der beiden diametral entgegengesetzten Standpunkte werden in der Inszenierung noch unterstrichen, indem sich die beiden beim Streiten immer wieder gegenseitig filmen. Mutter und Sohn setzen ihrer jahrelangen Sprachlosigkeit ein Ende.

Ausbildungsstätte: Hochschule für Fernsehen und Film München
Produktion: Hochschule für Fernsehen und Film München, Philip Gröning Filmproduktion GmbH
Filmkategorie: Spielfilm
Länge: 86 Minuten
Drehformat: Arri Alexa, Handys, 2k

Stab

Regie Lukas Röder
Produktion Philip Gröning
Ausführender Produzent Felix Stegmann
Drehbuch Lukas Röder
Montage Lukas Röder
Bildgestaltung Louis Dickhaut
Licht Dominik Boros
Szenenbild Luiza Ehrmann, Lotta Thoms, Marlene Rösch
Kostüm Luiza Ehrmann, Lotta Thoms, Marlene Rösch
Maskenbild Tiziana Darr
Ton Justus Wirth
Sounddesign/Mischung Gerhard Auer
Color Grading Claudia Fuchs
Darsteller:innen Til Schindler, Heike Hanold-Lynch

Ladina von Frisching
Eine Frau mit gewelltem blondem Haar und blauen Augen, die ein weißes Hemd trägt, blickt vor einem sanften blauen Hintergrund mit Farbverlauf ruhig in die Kamera.
© Tom Wagner

Ladina von Frisching wurde 1994 in Luzern geboren. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der European Film Actor School (EFAS) Zürich und vertiefte ihre Fähigkeiten in Meisner Acting Workshops in Berlin sowie Coachings in Los Angeles. Sie war unter anderem in Filmen wie AYANEH, ausgezeichnet bei den Los Angeles Film Awards als „Best LGBTQ Film“, sowie in DIE THEORIE VON ALLEM und UNGEDULD DES HERZENS zu sehen und wirkte in diversen Theaterproduktionen und Werbekampagnen mit.

Filmografie (Auswahl)

Schauspiel:

2025 UNGEDULD DES HERZENS
2022 DIE THEORIE VON ALLEM
2021 TALOS
2021 LES SOLEILS PERDUS
2020 „Out of Touch“
2019 COME WHAT MAY
2019 iCARUS
2018 AYANEH

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

Ladina von Frisching beeindruckt mit einer facettenreichen Darstellung, die gleichermaßen zurückhaltend wie kraftvoll ist. Als Edith bringt sie eine Figur auf die Leinwand, deren Verletzlichkeit nicht Schwäche, sondern Stärke bedeutet. Mit Natürlichkeit und Genauigkeit verkörpert sie eine junge Frau, die sich nach Nähe sehnt, aber gelernt hat, sich zu schützen. Von Frischings Spiel ist von filigraner Emotionalität und großer Präsenz getragen. Ihre Edith ist eigenwillig, scharfsinnig und verletzlich. Eine bemerkenswerte, vielversprechende Leistung.

UNGEDULD DES HERZENS

Um bei einem der Saufgelage mit seinen Kameraden seine Chancen bei Ilona zu erhöhen, bemüht sich der junge Soldat Isaac um die Zuneigung ihrer mürrischen Schwester. Doch als er Edith spielerisch von einer Bank zieht, sackt sie schlaff zu Boden – erst jetzt bemerkt er ihren Rollstuhl. Ein Handgemenge mit den Stammgästen eskaliert. Von Scham geplagt will Isaac das Bild, das die Schwestern von ihm haben, korrigieren. Er bemüht sich um Edith und zwischen den beiden entsteht eine unerwartete Freundschaft. Seine impulsive Art weckt in der wankelmütigen jungen Frau neuen Lebensmut und Hoffnung bei dem einflussreichen Vater. Doch als Edith sich in den Soldaten verliebt, der so verzweifelt nach Sinn und Anerkennung sucht, nimmt das Unglück seinen Lauf.

Ausbildungsstätte: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, Schiwago Film
Filmkategorie: Abendfüllender Spielfilm
Länge: 104 Minuten
Drehformat: Arri Amira, 3,2K, 1,66:1

Stab

Regie Lauro Cress
Producer Lorenzo Gandolfo
Bildgestaltung Jan David Gunther
Drehbuch Lauro Cress, Florian Plumeyer
Musik Davide Luciani
Montage Ilya Gavrilenkov
Szenenbild Camila Vieira
Kostümbild Annika Osterrieder
Casting Sorrel Jardine
Ko-Produzenten Lorenzo Gandolfo, Lauro Cress, Marcos Kantis
Darsteller:innen Giulio Brizzi, Ladina von Frisching, Thomas Loibl, Livia Matthes, Jan Fassbender, Sira Faal, Ludwig Blochberger, Giamo Röwekamp, Tim Lanzinger, Greta Sophie Schmidt, Wesley Adler, Larissa Papenmeier, Marta Sroka, Amanda Mincewicz

Über die Nominierungen in der Kategorie Götz George Nachwuchspreis hat die Spielfilmjury, bestehend aus Roshanak Behesht Nedjad, Bella Halben, Philipp Kreuzer, Nele Mueller-Stöfen und Karl Schirnhofer entschieden.