Robert Deçani
Ein junger Mann mit kurzen dunklen Haaren und heller Haut lächelt sanft. Er trägt ein helles Hemd vor einem Hintergrund mit sanften blauen Farbverläufen.
© Benedikt Volkmer

Robert Deçani, 1999 in Rotenburg (Wümme) geboren, schrieb schon in seiner Jugend Kurzgeschichten, Drehbücher und drehte erste Kurzfilme mit Freund:innen. 2021 wechselte er vom Studium der Film- und Literaturwissenschaft ins Regiestudium an der ifs Köln. Seitdem liefen seine Filme auf über 40 nationalen und internationalen Festivals und wurden mehrfach ausgezeichnet. 2024 erhielt er beim „Up-and-Coming“ Festival in Hannover den Deutschen Nachwuchsdrehbuchpreis für sein Spielfilmdrehbuch ITHAKA. Thematisch bewegen sich seine Projekte derzeit vor allem um Migration, Identität und Familie. Aktuell arbeitet Robert Deçani als Headautor an einer Comedy-Serie und startet in sein Masterstudium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.

Filmografie (Auswahl)

Produktion, Regie & Drehbuch:

2025 THE SONS OF ILIR
2024 BENS GEBURTSTAG

Regie:

2023 DAS CELLO

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

THE SONS OF ILIR ist ein feinfühlig erzählter Film über Identität, Entfremdung und die komplexe Beziehung zur eigenen Herkunft. Nach dem Tod des Vaters kehren zwei Brüder nach Jahrzehnten der Abwesenheit in ihr Heimatland zurück. Die Orte, die Sprache, die Nachbarschaft und die eigenen Erinnerungen sind ihnen jedoch fremd geworden. Mit einem sensiblen Blick erzählt der Film von inneren und äußeren Distanzen, von den Brüchen und leisen Spannungen, die Migration und Zeit hinterlassen. Dabei gelingt es ihm, familiäre Nähe und Fremdheit, Heimat und Veränderung eindrucksvoll zu verweben. Tragik und leise Komik halten sich dabei auf bemerkenswerte Weise die Waage. Eine scheinbar lokale Geschichte, die mit großer Zurückhaltung und künstlerischer Klarheit universelle Themen verhandelt.

THE SONS OF ILIR

Agim und Erjon haben sich in Deutschland und Italien grundverschiedene Leben aufgebaut und kehren aufgrund der Krankheit ihres Vaters Ilir nach Albanien zurück. Doch sie kommen zu spät: Ilir ist bereits verstorben. Mit ihren Gefühlen alleingelassen, entwickeln sich die Dinge für die Brüder noch komplizierter, als sie auf Ilirs letzten Wunsch stoßen. Im Versuch, diesem irgendwie zu genügen, müssen sich die Brüder mit ihrer Beziehung untereinander und zu ihrem Heimatland auseinandersetzen, das sich seit ihrer Flucht vor über 30 Jahren ebenso stark verändert hat wie sie selbst.

Ausbildungsstätte: ifs Internationale Filmschule Köln
Produktion: ifs Internationale Filmschule Köln
Filmkategorie: Kurzfilm
Länge: 25 Minuten
Drehformat: Arri Alexa Mini; 3,2 K; ProRes 444

Stab

Regie Robert Deçani
Produktion Caterina Ruzzante, Robert Deçani
Drehbuch Robert Deçani
Kamera Alessandra Albano
Schnitt Jannik Urlaub
Szenenbild Lion Littwin
Kostüm Era Shehu
Darsteller:innen Kasem Hoxha, Besnik Prekazi, Paul Ahrens, Rovena Lule, Lulzim Zeqja

Polina Piddubna
Eine junge Frau mit langem, dunklem, gewelltem Haar und einem hellen Oberteil posiert vor einem glatten, blauen Hintergrund mit Farbverlauf und blickt ruhig in die Kamera.
© Mykyta Kuznetsov

Polina Piddubna ist Filmemacherin, Künstlerin und Aktivistin mit ukrainischen und zentralasiatischen, tatarischen und baschkirischen Wurzeln. Polina wurde im Jahr 2000 in Charkiw geboren und ist dort aufgewachsen. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie in Kyjiw, seit 2019 lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Animation und macht derzeit ihren Master als Animationsregisseurin an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF in Potsdam. Des Weiteren organisiert Polina Pidubbna außerdem Sozial- und Bildungsprojekte, arbeitet auf Filmfestivals und forscht zu dekolonialen Themen. Ihr Abschlussfilm feierte seine Premiere beim Festival de Cannes und markierte damit ihr Debüt auf einem der renommiertesten Filmfestivals der Welt.

Filmografie (Auswahl)

Regie, Produktion & Drehbuch:

2024 MEINE GROSSMUTTER IST FALLSCHIRMSPRINGERIN
2022 ACH SO

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

Der Animationsfilm MEINE GROSSMUTTER IST FALLSCHIRMSPRINGERIN verbindet dokumentarische Erinnerung mit poetischer Reflexion und findet hierfür eine eigene, außergewöhnliche Ästhetik.
Die Regisseurin wagt einen mutigen erzählerischen Sprung über Raum und Zeit hinweg und schafft ein generationsübergreifendes Gespräch zwischen einer lebensfrohen Fallschirmspringerin der 1960er Jahre und ihrer Enkelin im Heute. Mit einem originellen Ansatz, einer unverwechselbaren visuellen Handschrift und großer erzählerischer Sorgfalt schafft dieser Film einen ausdrucksstarken und zugleich sehr gegenwärtigen Blick auf eine besondere Lebensgeschichte, welche die Regisseurin mit kollektiven Themen wie Krieg, Trauma und Zugehörigkeit gekonnt zu verknüpfen weiß.

MEINE GROSSMUTTER IST FALLSCHIRMSPRINGERIN

Alfyia, eine lebensfreudige junge Frau im Zentralasien der 1960er Jahre, betreibt aktiv Fallschirmsport und macht eine Ausbildung zur Hebamme, als sie einen außergewöhnlichen Anruf von ihrer Enkelin aus dem Jahr 2022 erhält. Angesichts der Invasion in der Ukraine, macht sich Alfyias Enkelin große Sorgen um die Sicherheit ihrer Großmutter. In diesem generationsübergreifenden Gespräch über Zeit und Raum hinweg versucht die Enkelin, das Familiengedächtnis und die eigene ethnische Identität wiederherzustellen und neu zu überdenken, den endlosen Kreislauf des kollektiven Traumas zu durchbrechen und über den Sinn des menschlichen Lebens nachzudenken.

Ausbildungsstätte: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Filmkategorie: Kurzfilm
Länge: 13 Minuten
Drehformat: 4K

Stab

Regie Polina Piddubna
Produktion Polina Piddubna
Drehbuch Polina Piddubna
Montage Jin Ju Lee
Background Design Anna Lutsiuk
Tongestaltung Danylo Okulov
Musik Ilja Gussarov
Darsteller:innen Polina Piddubna, Mahla Mosahaneh, Boshra Alkasir, Dinara Rasuleva, Alfiya Popowichenko

Reza Rasouli
Eine Person mit kurzen dunklen Haaren, die einen schwarzen Hut und ein schwarzes Hemd trägt, blickt leicht lächelnd in die Kamera vor einem weichen blauen, unscharfen Hintergrund.
© Konstantin Johann

Reza Rasouli, geboren in Maschhad, Iran, ist Regisseur und Drehbuchautor. Seine Leidenschaft für Theater und Kino begann bereits in frühster Kindheit. Seit 2019 lebt und arbeitet er in Österreich. Derzeit studiert Reza Rasouli im Masterstudiengang an der Filmakademie Wien. Seine Kurzfilme wurden auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt, darunter Clermont-Ferrand, Palm Springs und Short Shorts.

Filmografie (Auswahl)

Regie:

2025 NIGHT OF PASSAGE
2022 LASAGNE
2023 STÜCK FÜR STÜCK
2022 EIN GLAS WARME MILCH
2022 DU RIECHST GUT
2021 CHARLOTTE
2021 ANKOMMEN

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

NIGHT OF PASSAGE ist ein eindringlich erzählter, mitreißender Film, der in seiner Schlichtheit große emotionale Kraft entfaltet. Von der beeindruckenden Kameraarbeit bis hin zum großartigen Spiel der Darsteller:innen, wird man mit Spannung durch den Film getragen. NIGHT OF PASSAGE bringt uns den Menschen auf der Flucht erschütternd nah. Als Zuschauer:innen spüren wir ihre Angst, ihre Hoffnung, ihre Entschlossenheit. Dies erzeugt eine dichte Atmosphäre der Anspannung, in der jede Entscheidung Konsequenzen haben kann. Die Angst ist leise, aber durchdringend, und macht die persönliche Notlage der Figuren unmittelbar erfahrbar. Intensiv, authentisch, intelligent und voller Körperlichkeit überzeugt dieser Film mit seiner ganz eigenen, künstlerischen Handschrift.

NIGHT OF PASSAGE

In der Nähe der österreichischen Grenze werden drei Freunde aus Teheran von ihrem Schmuggler abgesetzt. Sie müssen die Nacht in den slowakischen Wäldern verbringen, bis der nächste LKW sie abholt. Die Aussicht auf eine neue Zukunft treibt die Drei trotz der beschwerlichen Reise weiter an. Im Laufe der Nacht ist die Gruppe mit einer drastischen Wendung des Schicksals konfrontiert.

Ausbildungsstätte: Filmakademie Wien
Produktion: Filmakademie Wien
Filmkategorie: Kurzfilm
Länge: 20 Minuten
Drehformat: digital; Sony Fx6; 1.85:1; 2k

Stab

Regie Reza Rasouli
Drehbuch Reza Rasouli
Produktion Ivet Castelo & Maximilian Demets
Kamera Konstantin Johann
Ton recording Lidija-Rukiye Kumpas, Fabian Rausch
Sound design Ramin Abusedgh
Schnitt Sarah Kučera
Production design Leo Pichler
MUA Maryna Tolmachova
Color correction Jakob Jabornig
Title design Bastan

Über die Nominierungen in der Kategorie Kurzfilm hat die Spielfilmjury, bestehend aus Roshanak Behesht Nedjad, Bella Halben, Philipp Kreuzer, Nele Mueller-Stöfen und Karl Schirnhofer entschieden.