Hovhannes Martirosyan
Ein Mann mit kurzen dunklen Haaren, einem gestutzten Bart und blauen Augen trägt ein blaugrünes T-Shirt und blickt selbstbewusst in die Kamera. Der Hintergrund ist ein weicher Farbverlauf aus Blau- und Lilatönen.
© Hovhannes Martirosyan

Hovhannes Martirosyan wurde 1990 in Jerewan, Armenien, geboren und sammelte dort seine ersten Erfahrungen in Fotografie und Kameraarbeit. Nach seinem Bachelorstudium in Kamera in Armenien führte ihn sein Weg für ein weiteres Kamerastudium nach Deutschland, wo er von 2019 bis 2024 Cinematography (B.F.A.) an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF studierte. Seither arbeitete er als DoP an verschiedenen fiktionalen und dokumentarischen Filmprojekten in Armenien, Deutschland, Kolumbien, der Ukraine, Österreich, Frankreich und der Mongolei.

Filmografie (Auswahl)

Kamera:

2025 SABAT
2023 AWAKEN ME
2022 (K)EIN OTHER
2021 HELLER WEG
2021 BALLETT
2018 PARADIES IM CHAOS

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

Mit SABAT entsteht eine filmische Spurensuche, die sich weit über das Dokumentarische hinaus entfaltet, getragen von einer Kameraarbeit, die Beobachtung, Poesie und Nähe in bemerkenswerter Balance hält. Der punktuelle Einsatz von 16-mm-Filmmaterial als zusätzliche Bildebene gibt der Vergangenheit haptische Präsenz und zeitliche Tiefe, ohne in Nostalgie zu verfallen. Die Kamera wirkt dabei fast wie ein zusätzlicher Charakter: still, suchend, einfühlsam. Sie findet Bilder für das Unsagbare, für das Fragende, das Erinnernde. Landschaften und Gesichter werden mit großer Ruhe und gestalterischer Klarheit eingefangen, das suchende Moment durchkomponiert, ohne den Menschen ihre Würde zu nehmen. SABAT ist ein atmosphärisch dichter Film, der mit wenigen Mitteln visuelle Größe entfaltet.

SABAT

Vor über 40 Jahren verschwand Batkhorol Sagdkhorol, genannt Sabat – Filmstudent und Diplomat aus der mongolischen Botschaft in Ost-Berlin. War er Spion, Überläufer, auf der Flucht oder in die Machenschaften des Regimes verstrickt? Jahrzehnte später begibt sich die Filmemacherin auf die Suche. Doch je näher die Wahrheit rückt, desto mehr entgleiten die Antworten.

Ausbildungsstätte: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Produktion: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Ma.Ja.De Film
Filmkategorie: Dokumentarfilm
Länge: 88 Minuten
Drehformat: Blackmagic Cinema 6K, Bolex 16mm, Auflösung 4K

Stab

Regie Anna Maria Beeck
Bildgestaltung Hovhannes Martirosyan
Montage Honorata Szulakowska
Musik Maximilian Hendrik Preuß
Ton Danylo Okulov
Mischtonmeister Mischa Kissin

Nico Schrenk
© Jana Schrenk

Nico Schrenk, geboren 1995 in Österreich, studierte Bildgestaltung/Kamera an der Filmakademie Baden Württemberg. Sein Kurzfilm BORZAYA lief weltweit auf zahlreichen Festivals und stand auf der Shortlist der Student Academy Awards. Für den Kurzfilm EVERYBODY LEAVES IN THE END wurde Nico mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet. Sein Abschlussfilm SKIN ON SKIN wurde für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert, gewann den Publikumspreis als Bester Mittellanger Film beim Filmfestival Max Ophüls Preis und Vienna Shorts sowie die Future Frames-Sektion in Karlovy Vary.

Filmografie (Auswahl)

Kamera:

2025 SKIN ON SKIN
2024 BREEZY
2024 SENNHEISER
2023 EVERYBODY LEAVES IN THE END
2021 HOLY HAPPY FAMILY
2021 BORZAYA
2020 WEIRD SEARCH REQUESTS
2020 ICH GLAUBE, ES GEHT ANS ENDE DER WELT
2018 ENDE EDEN

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

Die Kameraarbeit in SKIN ON SKIN ist ebenso mutig wie durchdacht und beeindruckt durch ihre Vielschichtigkeit. Der Kontrast zwischen der brutalen Welt des Schlachthofs und der zarten Annäherung zwischen zwei Menschen wird visuell mit großer Konsequenz umgesetzt. Besonders hervorzuheben ist der Umgang mit Licht und Farbe. Weichheit und Härte, Nähe und Distanz werden sichtbar gemacht, etwa in der warmen Lichtsetzung intimer Szenen oder den kalten, industriellen Räumen der Arbeitswelt. Plansequenzen, präzise Bildausschnitte und eine fein austarierte Kadrage zeigen eine klare gestalterische Handschrift. Die Bildgestaltung übernimmt Standpunkte, macht Psychologie sichtbar, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. SKIN ON SKIN wird durch die Kamera erzählt und das auf bemerkenswert souveräne Weise.

SKIN ON SKIN

Ein industrieller Schlachthof irgendwo in Deutschland. Jakob arbeitet als Wachmann, der bosnische Arbeiter Boris in der Schlachtung. Inmitten von Gewalt und Kälte entsteht zwischen ihnen eine stille Verbindung und die unausgesprochene Sehnsucht nach Freiheit. Als Jakob hilft, Boris’ beschlagnahmten Pass zurückzuholen, geraten die beiden in einen Sog aus Macht und Ohnmacht, der sie vor folgenschwere Entscheidungen stellt.

Ausbildungsstätte: Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 30 Minuten
Drehformat: 16mm

Stab

Regie Simon Schneckenburger
Drehbuch Simon Schneckenburger, Marie Wagner
Produktion Leon Döhner
Kamera Nico Schrenk
Schnitt Lukas Wengorz
Production Design Bartholomäus M. Kleppek
Kostüm Marie Wagner, Christin-Marlen Freyler
Hair & Make-Up Veronika Aichberger, Selina Wriesenegger
Musik Christoph Erling, Marc Grünhäuser
Sound Design Julian Berg
Sound Supervisor & Re-Recording Mixer Frederic Hellmann, Timo Klabunde
Casting Nina Haun, Laura Buschhagen
Producer Marc Colditz, Gerd Scherrmann
Commissioning Editors Brigitte Dithard (SWR), Laurence Rilly (ARTE)
Darsteller Jonas Smulders, Jurij Drevenšek, Christian A. Koch

Selma von Polheim Gravesen
Eine Frau mit langem, hellbraunem Haar und einem neutralen Gesichtsausdruck blickt in die Kamera. Sie trägt ein dunkles Oberteil und posiert vor einem blauen Hintergrund mit Farbverlauf.

Die Kamerafrau Selma von Polheim Gravesen, 1991 in Berlin geboren, wuchs in Deutschland und Dänemark auf. 2025 schloss sie ihr Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin ab. Seit 2013 war sie für die Bildgestaltung mehrerer Filme verantwortlich, die auf internationalen Festivals wie Locarno, Tirana und San Sebastián gezeigt wurden. Ihr Abschlussfilm SCHWESTERHERZ feierte 2025 im Rahmen der Berlinale in der Sektion „Panorama“ Premiere. Darüber hinaus wurde sie für ihre Kameraarbeit von SCHWESTERHERZ, gemeinsam mit der Editorin des Films, mit dem Creative Energy Award für Bildgestaltung in Emden ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl)

Kamera:

2025 BODY OF GLASS
2024 SCHWESTERHERZ
2024 OUR GARDEN IS LONELY
2024 DORF.THEATER.SPIEL
2023 MOTHER IS A NATURAL SINNER
2022 HAUT UND BETON
2022 MEMO
2021 SPIT

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

In SCHWESTERHERZ gelingt eine Kameraarbeit von großer Zurückhaltung und emotionaler Genauigkeit. Die Beobachtung bleibt stets nah an der Hauptfigur, ohne sich aufzudrängen. Eine bewusste konzeptionelle Entscheidung, die das emotionale Zentrum des Films stärkt. Das Licht ist klar gesetzt, die Kadragen konsequent komponiert, jede Perspektive dient der inneren Dynamik der Geschichte. Was besonders beeindruckt, ist die Wahrhaftigkeit der Bilder. Die Kamera mischt sich nicht ein, aber sie ist immer präsent, immer beteiligt. Sie unterstützt das Spiel der Schauspieler:innen, ohne je zu kontrollieren. SCHWESTERHERZ zeigt, wie eine kluge visuelle Haltung narrative Tiefe erzeugen kann – mit Sensibilität, technischem Können und dem Mut zur Zurücknahme.

SCHWESTERHERZ

Nach einer Trennung sucht Rose einen Neuanfang bei ihrem älteren Bruder Sam in Berlin. Die beiden teilen einen vertrauten Alltag, kleine Rituale, alte Erinnerungen. Doch das zerbrechliche Gleichgewicht gerät ins Wanken, als Sam eines Tages einer schwerwiegenden Anschuldigung gegenübersteht. Für Rose beginnt ein stiller innerer Kampf: Zwischen dem Wunsch, ihrem Bruder zu glauben, und der wachsenden Unsicherheit, was tatsächlich passiert ist, muss sie ihren eigenen moralischen Kompass neu ausrichten. Während draußen das Leben weiterrauscht, verdichten sich im Mikrokosmos ihrer Wohnung die Fragen nach Wahrheit, Loyalität und Verantwortung.

Ausbildungsstätte: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, Arkanum Pictures
Filmkategorie: Abendfüllender Spielfilm
Länge: 96 Minuten
Drehformat: Arri Amira, 2K

Stab

Regie Sarah Miro Fischer
Produzentinnen Janna Fodor, Nina Bayer-Seel
Drehbuch Sarah Miro Fischer, Agnes Maagaard Petersen
Kamera Selma von Polheim Gravesen
Szenenbild Alina Iman Dunker
Schnitt Elena Weihe
Ton Alexander Feldman (O-Ton), Jakob Mäsel (Sounddesign), Lorenz Fischer (Mischtonmeister)
Musik Francesco Olmo Lo Guidice
Kostüm Polina Shpazhnikova
Maske Elliot de Jahnsen
Darsteller:innen Marie Bloching, Anton Weil, Proschat Madani, Jane Chirwa, Laura Balzer, Aram Tafreshian, David Vormweg, Giamo Röwekamp, Julie Savery, Franziska von Harsdorf

Über Nominierung und Auszeichnung in der Kategorie Michael Ballhaus Preis haben die Bildgestalter:innen Bella Halben und Julian Krubasik als Vertreter:innen der Spiel– und Dokumentarfilmjury entschieden.