Kim Gabbi
Eine junge Person mit langen braunen Haaren, einer schwarzen Jacke und einem einzelnen baumelnden Ohrring blickt direkt in die Kamera vor einem Hintergrund mit sanften blauen Farbverläufen.
© James Sarantos

Kim Gabbi, geboren 1995, wuchs in der Schweiz und in Deutschland auf. Während ihres Bachelorstudiums in Modekommunikation gelangt sie über die Fotografie zum Film. Danach folgen drei Jahre bei der Berliner Produktionsfirma ICONOCLAST. 2025 schließt sie ihren Master in Spielfilm-Regie an der Zürcher Hochschule der Künste ab. Kim Gabbi lebt und arbeitet als freischaffende Regisseurin in Zürich.

Filmografie (Auswahl)

Regie:

2025 WIE WAR DEIN TAG?
2024 CLEMENTINE
2023 EINZUG

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

WIE WAR DEIN TAG? ist ein präzise beobachtender Film, der mit feinem Gespür gesellschaftliche Fassaden und den subtilen Druck moderner Lebensentwürfe verhandelt. Im Zentrum steht eine hochqualifizierte Frau, die trotz aller Kompetenzen keinen Platz mehr im System der Arbeitswelt findet. Die Langsamkeit der Inszenierung wird dabei zur erzählerischen Stärke. Mit einer klaren, ruhigen Bildsprache erleben wir die Welt aus der Perspektive der Protagonistin. Ihre stille Frustration und ihr Gefühl der Entfremdung spiegeln sich in der inszenatorisch klug eingesetzten Künstlichkeit klassischer Einkaufsläden, durch die sie wandelt und die zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Absurdität werden. Berührend, empathisch und mit feinem Humor.

WIE WAR DEIN TAG?

Nach einem gescheiterten Jobinterview verbringt Selma ihren Tag im Einkaufszentrum. Während die Zeit stillzustehen scheint, streift sie planlos durch die Geschäfte. Vor den Augen ihres Umfelds wahrt sie eine Fassade der Normalität, doch die Last ihres Geheimnisses wiegt schwer.

Ausbildungsstätte: Züricher Hochschule der Künste
Produktion: Züricher Hochschule der Künste
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 30 Minuten
Drehformat: 2K

Stab

Regie Kim Gabbi
Produktion Dominique Frey
Drehbuch Kim Gabbi & Beat Schönenberger (Co-Autor)
Kamera Juan Pablo Salazar
Schnitt Carmen Walker
Szenenbild Joel Winter & Karl Dietrich
Sound Design Nina Cutkovic
Kostüm Ruth Wulffen
Maske Sofia Buob
Darsteller:innen Lale Yavaş, Fabian Krüger, Rio Piesbergen, Greta Kessler, Ingo Ospelt, Martha Benedict, Sean Maeders

Aleksandr Kim
Eine Person mit langen dunklen Dreadlocks, die eine runde Brille, ein graues T-Shirt und eine dunkle Jacke trägt, steht vor einem Hintergrund mit weichen blauen Farbverläufen und blickt mit neutralem Blick in die Kamera.
© ifs

Aleksandr Kim wurde 1983 in Bischkek, in Kirgisistan geboren. Bereits in der Schulzeit entdeckte er seine Leidenschaft für das Erzählen. 2006 schloss er ein Jurastudium ab und gründete 2004 die erste LGBTQ+ Organisation in Zentralasien, in der er bis 2015 als Jurist und Projektkoordinator tätig war. 2008 arbeitete er als Drehbuchautor und Moderator einer TV-Sendung, musste jedoch wegen seiner Trans-Identität seine Tätigkeit beenden. Es folgten Engagements als Regisseur und Schauspieler am Gala Theater Kreativwerkstatt in Bischkek. 2016 begann er ein Regiestudium an der VGIK Filmschule in Moskau, das er aufgrund von Diskriminierung abbrechen musste. 2019 floh er nach Deutschland und beantragte Asyl. Seit 2021 studiert er Filmregie an der ifs Internationale Filmschule Köln.

Filmografie (Auswahl)

Regie & Drehbuch:

2025 MEIN NAME AKIM
2024 DIE, DIE NICHT SEHEN, BRAUCHEN KEIN LICHT
2022 REIßVERSCHLUSS
2018 KNOPF

Regie:

2023 PARENTLESS

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

Eine Sprache nicht sprechen zu können bedeutet weit mehr, als Worte nicht zu kennen. Es heißt, ausgeschlossen zu sein von Gesprächen, Beziehungen, Entscheidungen, vom Zugang zu Informationen, Macht und Sicherheit. In MEIN NAME AKIM ist Sprache nicht nur erzählerisches Mittel, sondern zugleich auch das Symbol für Teilhabe und Identität. Aus diesem Spannungsfeld entwickelt sich ein kluges, emotional aufgeladenes Kammerspiel. Konzeptuell einzigartig und schauspielerisch herausragend.

MEIN NAME AKIM

Akim, ein Trans*Mann und politischer Geflüchteter, kämpft in einer Erstaufnahmeeinrichtung mit bürokratischen und sozialen Hürden. Sein Wunsch, Deutsch zu lernen, wird ihm verwehrt, da Sprachkurse nur anerkannten Geflüchteten zustehen.
Seine Transidentität hält er vor seinen Zimmernachbarn und den anderen Bewohner:innen der Unterkunft geheim aus Angst, diskriminiert zu werden. Abgeschoben in die Wäscherei, lebt er in einer Welt der Sprachlosigkeit – bis es dem jungen Kamil und einer Praktikantin gelingt, Akim langsam aus seiner Isolation zu befreien. Die Geschichte basiert auf den echten Erlebnissen des Regisseurs.

Ausbildungsstätte: ifs Internationale Filmschule Köln
Produktion: ifs Internationale Filmschule Köln
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 38 Minuten
Drehformat: Arri Alexa Mini 3; 2K

Stab

Regie Aleksandr Kim
Drehbuch Aleksandr Kim
Producerin & PL Alina Naomi Theis
Kreativ Produzentin Annalena Liesner
Kamera Jonas Thibaut
Szenenbild Felix Goral
Kostümbild Stella Roxane Scholz
Editing & Sound Design Sophia Timšin
Darstellerin Yun Huang

Simon Schneckenburger
Ein junger Mann mit zerzaustem braunem Haar, kurzem Bart und Schnurrbart, der ein schwarzes Hemd und eine silberne Halskette trägt, blickt vor einem Hintergrund mit sanften blauen Farbverläufen direkt in die Kamera.
© Marius Hoch-Geugelin

Simon Schneckenburger, geboren in Freiburg im Breisgau und aufgewachsen im Schwarzwald, studierte Spielfilmregie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sein erster Kurzfilm BORZAYA lief weltweit auf Festivals und stand auf der Shortlist der Student Academy Awards. Sein Abschlussfilm SKIN ON SKIN wurde für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert und gewann unter anderem den Publikumspreis beim Filmfestival Max Ophüls Preis sowie die Future Frames-Sektion in Karlovy Vary. Aktuell arbeitet er an seinem Debütfilm THE DARK, DARK BRIGHT, produziert von BetaBerlin Productions.

Filmografie (Auswahl)

Regie & Drehbuch:

2025 SKIN ON SKIN
2023 EVERYBODY LEAVES IN THE END
2021 BORZAYA
2020 ICH GLAUBE, ES GEHT ANS ENDE DER WELT

Stand: 21.08.2025

Jurybegründung zur Nominierung:

Der Ort gleicht einer Hölle und wir tauchen ein in eine Welt, die niemand wirklich betreten mag: die brutale Realität eines Industrieschlachthofs. Der Rohheit des Orts steht die Zartheit der intimen Verbindung der beiden Protagonisten gegenüber. SKIN ON SKIN verhandelt Themen wie Macht, Ausbeutung, Sexualität, Einsamkeit und Solidarität mit großer Intensität, ohne je plakativ zu werden. Die Schauspieler sind herausragend, die Kameraarbeit präzise und atmosphärisch. Ein aufwühlender Film, der tief ins Innere zielt.

SKIN ON SKIN

Ein industrieller Schlachthof irgendwo in Deutschland. Jakob arbeitet als Wachmann, der bosnische Arbeiter Boris in der Schlachtung. Inmitten von Gewalt und Kälte entsteht zwischen ihnen eine stille Verbindung und die unausgesprochene Sehnsucht nach Freiheit. Als Jakob hilft, Boris’ beschlagnahmten Pass zurückzuholen, geraten die beiden in einen Sog aus Macht und Ohnmacht, der sie vor folgenschwere Entscheidungen stellt.

Ausbildungsstätte: Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 30 Minuten
Drehformat: 16mm

Stab

Regie Simon Schneckenburger
Drehbuch Simon Schneckenburger, Marie Wagner
Produktion Leon Döhner
Kamera Nico Schrenk
Schnitt Lukas Wengorz
Production Design Bartholomäus M. Kleppek
Kostüm Marie Wagner, Christin-Marlen Freyler
Hair & Make-Up Veronika Aichberger, Selina Wriesenegger
Musik Christoph Erling, Marc Grünhäuser
Sound Design Julian Berg
Sound Supervisor & Re-Recording Mixer Frederic Hellmann, Timo Klabunde
Casting Nina Haun, Laura Buschhagen
Producer Marc Colditz, Gerd Scherrmann
Commissioning Editors Brigitte Dithard (SWR), Laurence Rilly (ARTE)
Darsteller Jonas Smulders, Jurij Drevenšek, Christian A. Koch

Über die Nominierungen in der Kategorie Mittellanger Spielfilm hat die Spielfilmjury, bestehend aus Roshanak Behesht Nedjad, Bella Halben, Philipp Kreuzer, Nele Mueller-Stöfen und Karl Schirnhofer entschieden.