No Fear – Bernd Eichinger Award
Leon Döhner, geboren 1996 in Bonn, studierte Produktion mit Schwerpunkt International Producing an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sein Kurzfilm BORZAYA feierte internationale Erfolge auf zahlreichen Festivals und wurde 2022 auf die Shortlist der Student Academy Awards aufgenommen. Sein Abschlussfilm SKIN ON SKIN wurde für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert, gewann den Publikumspreis als Bester Mittellanger Film beim Filmfestival Max Ophüls Preis und Vienna Shorts sowie die Future Frames-Sektion in Karlovy Vary. Aktuell arbeitet Leon Döhner bei BetaBerlin Productions an einem Kinofilm sowie einer Mini-Serie.
Filmografie (Auswahl)
Produktion:
2025 SKIN ON SKIN
2023 EVERYBODY LEAVES IN THE END
2022 BORZAYA
2020 GREAT IDEAS
2019 ARBEIT AM FEINDBILD
Stand: 21.08.2025
Jurybegründung zur Nominierung:
SKIN ON SKIN ist ein Film, der nicht nur durch seine erzählerische Kraft, sondern auch durch die enorme Entschlossenheit seiner Macher:innen beeindruckt. Die Finanzierung wurde aus zahlreichen kleinen Bausteinen über Stiftungen und Crowdfunding zusammengetragen. Einen realen Schlachthof darüber hinaus als Drehort zu sichern, mit echten Schweinehälften zu drehen und zugleich die psychologische Begleitung dieses sensiblen Drehs für das Team vor der Kamera zu sichern, erfordert außergewöhnliches Engagement. Trotz technischer Rückschläge ist dem Produzenten ein starker, atmosphärisch dichter Film gelungen. SKIN ON SKIN ist das Ergebnis logistischer Höchstleistungen, künstlerischer Überzeugung und echter Risikobereitschaft.
SKIN ON SKIN
Ein industrieller Schlachthof irgendwo in Deutschland. Jakob arbeitet als Wachmann, der bosnische Arbeiter Boris in der Schlachtung. Inmitten von Gewalt und Kälte entsteht zwischen ihnen eine stille Verbindung und die unausgesprochene Sehnsucht nach Freiheit. Als Jakob hilft, Boris’ beschlagnahmten Pass zurückzuholen, geraten die beiden in einen Sog aus Macht und Ohnmacht, der sie vor folgenschwere Entscheidungen stellt.
Ausbildungsstätte: Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 30 Minuten
Drehformat: 16mm
Stab
Regie Simon Schneckenburger
Drehbuch Simon Schneckenburger, Marie Wagner
Produktion Leon Döhner
Kamera Nico Schrenk
Schnitt Lukas Wengorz
Production Design Bartholomäus M. Kleppek
Kostüm Marie Wagner, Christin-Marlen Freyler
Hair & Make-Up Veronika Aichberger, Selina Wriesenegger
Musik Christoph Erling, Marc Grünhäuser
Sound Design Julian Berg
Sound Supervisor & Re-Recording Mixer Frederic Hellmann, Timo Klabunde
Casting Nina Haun, Laura Buschhagen
Producer Marc Colditz, Gerd Scherrmann
Commissioning Editors Brigitte Dithard (SWR), Laurence Rilly (ARTE)
Darsteller Jonas Smulders, Jurij Drevenšek, Christian A. Koch
Lisa Purtscher
Lisa Purtscher, geboren 1996 in Wien, studierte Fotografie an der Graphischen Wien sowie Soziologie an der Universität Wien. Neben ihrem Studium arbeitete sie bei SUPERFILM Filmproduktion GmbH und schloss im Anschluss ein Studium in International Producing an der Filmakademie Baden-Württemberg ab. Als Produzentin realisierte sie diverse Kurzfilme und Musikvideos. 2021 war sie, gemeinsam mit Lotta Schmelzer, Stipendiatin eines Austauschprogramms an der La Fémis in Paris. Der daraus entstandene Kurzfilm MISE À NU feierte seine Premiere auf der 73. Berlinale. Seit 2023 ist sie, mit Lotta Schmelzer, Geschäftsführerin und Produzentin der LiseLotte Films GmbH.
Filmografie (Auswahl)
Produktion:
2024 BABYSTAR
2023 HOW TO FLY
2023 MISE À NU
2022 AUSMACHT – EMILIO
2021 KROCKETPARTIE
2021 HOLY HAPPY FAMILY
2021 HOW TO PROPERLY KILL DEAD ANIMALS
2020 B-SIDE OF LIFE
2019 ANYMORE – MIDNIGHT TRACKS
Lotta Schmelzer
Lotta Schmelzer, geboren 1996, absolvierte eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation bei Hubert Burda Media und arbeitete anschließend bei Kino- und TV-Produktionen. Seit 2018 studiert sie International Producing an der Filmakademie Baden-Württemberg. Währenddessen produzierte sie u. a. einen Dokumentarfilm über den deutsch-chinesischen Modedesigner William Fan sowie mehrere Kurzfilme. Für den Kurzfilm MASEL TOV COCKTAIL erhielt sie den Grimme-Preis. 2021 war sie gemeinsam mit Lisa Purtscher Stipendiatin eines Austauschprogramms an der La Fémis in Paris, wo der Kurzfilm MISE À NU entstand, der auf der 73. Berlinale Premiere feierte. Zudem war sie VFF-Stipendiatin und Teilnehmerin einer Masterclass der UCLA Extension in Los Angeles. Seit 2023 ist sie zusammen mit Lisa Purtscher Geschäftsführerin und Produzentin der LiseLotte Films GmbH.
Filmografie (Auswahl)
Produktion:
2025 BABYSTAR
2023 WILLIAM FAN – IN BETWEEN
2023 MISE À NU
2022 AUSMACHT – EMILIO
2021 NICHT DIE 80ER
2021 HOW TO PROPERLY KILL DEAD ANIMALS
2020 ECOSIA
2019 MASEL TOV COCKTAIL
Stand: 21.08.2025
Jurybegründung zur Nominierung:
Mit BABYSTAR gelingt ein kluger und visuell durchdachter Blick auf die Schattenseiten von Social Media, Influencerkultur und den Ausverkauf von Kindheit. Der Film erschafft dabei eine eigene, überzeugende Welt und inszeniert die Scheinrealität von Luxus und Glamour in der digitalen Welt mit hoher Präzision und visuellem Feingefühl. Der hohe Production Value zeigt sich nicht nur im starken Set- und Kostümdesign, sondern auch in dem gezielten Einsatz aufwendiger VFX, die das digitale Umfeld glaubwürdig und stilistisch stimmig darstellen.
Die beiden Produzentinnen haben nicht nur ihre eigene Firma gegründet, um diesen, ihren ersten Langspielfilm eigenverantwortlich zu realisieren, sondern auch eine überzeugende Finanzierung auf die Beine gestellt. Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement für faire und transparente Arbeitsbedingungen während der gesamten Produktion.
BABYSTAR
Seit ihrer Geburt lebt Luca (16), online wie offline, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Als ihre Influencer-Eltern ein neues Kind planen, stürzt sie in eine tiefe Leere und beginnt zu begreifen, wie wenig von ihr selbst übrig ist.
Ausbildungsstätte: Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg, LiseLotte Films
Filmkategorie: Spielfilm
Länge: 96 Minuten
Drehformat: ARRI Alexa 35, 4K
Stab
Regie Joscha Bongard
Buch Nicole Rüthers, Joscha Bongard
Produktion LiseLotte Films GmbH
Produzentinnen Lisa Purtscher, Lotta Schmelzer
Kamera Jakob Sinsel
Schnitt Emma Holzapfel, Wolfgang Purkhauser
Musik Jonas Vogler
Szenenbild Felicitas Antonia Püls, Martha Ines Brenner
Kostümbild Stephanie Zurstegge, Joan Besch
Maskenbild Carlotta Ohloff
Ton Muhammet Can
Sound Supervision Jan Eric Heitland
ZDF Redaktion Melvina Kotios
Darsteller:innen Maja Bons, Bea Brocks, Liliom Lewald, Joy Ewulu, Maximilian Mundt, Verena Altenberger, Alexander Schuster, Maria Matschke Engel, Katharina Ley, Matthias Matschke
Marcel Thomaschowski wuchs als Sohn einer polnischstämmigen Familie zwischen zwei Kulturen auf. Während seines Studiums der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien realisierte er mehrere Kurzfilmprojekte. Anschließend arbeitete er in Kanada an großen US-Film- und Serienproduktionen wie „A Million Little Things“, „See“, „iZombie“ und dem Netflix-Film „Coffee & Kareem“. Später folgten weitere Projekte in europäischen Kinofilmen und TV-Serien. 2022 wurde er in das postgraduale Filmstudium der Hamburg Media School aufgenommen und schloss mit dem Master of Arts in Kreativer Filmproduktion ab. Er war Studierendenjuror beim TELEVISIONALE Filmfestival Baden-Baden 2023 und VFF-Stipendiat. Beruflich wirkte er bei Hager Moss Film und Latemar Film vor allem in kreativen, filmischen und dramaturgischen Bereichen.
Filmografie (Auswahl)
Produktion:
2025 THE GOOD WOMAN
2024 LIEBE MIT SUBSTANZ
2023 HARDFLIP
Stand: 21.08.2025
Jurybegründung zur Nominierung:
THE GOOD WOMAN erzählt mit Dringlichkeit, Mut und klarem inhaltlichen Fokus eine politische Geschichte. Dass das Thema Schwangerschaftsabbruch in Polen ein gesellschaftliches Tabu ist, hat die Produktion hautnah zu spüren bekommen und sich dennoch nicht davon beirren lassen. Die Dreharbeiten im Ausland, die Sprache, logistische Einschränkungen beim Dreh in Deutschland, die sensible Recherche und das politische Engagement hinter den Kulissen machen diesen Film zu einem eindrucksvollen Beispiel studentischer Eigeninitiative. Welch eine Leistung für einen Kurzfilm externe Partner sowie Sender an Bord zu holen. Motiviert vom Erzählwillen, der sich durch jede Szene zieht, ist THE GOOD WOMAN das Ergebnis eines inhaltlich getriebenen Produktionsprozesses, der zeigt, wie Film als Haltung und nicht nur als Handwerk verstanden werden kann.
THE GOOD WOMAN
Polen 2023. Ewa ist fest entschlossen, eine Karriere als Künstlerin einzuschlagen, jetzt wo ihr Sohn Jakub kurz vor der Einschulung steht. Sie wird an der renommierten Kunstakademie in Stettin zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, als sie erfährt, dass sie erneut schwanger ist.
Obwohl für Ewa klar ist, dass sie diese Schwangerschaft nicht möchte, gibt es für sie keine Möglichkeit, in Polen einen legalen Abbruch durchzuführen. Um den Erwartungen ihrer Familie und dem gesellschaftlichen Druck gerecht zu werden, hält sie ihren Zustand vorerst geheim. Sie reist heimlich nach Deutschland, doch auch hier kann ihr aus rechtlichen Gründen nicht sofort geholfen werden. Der Konflikt mit ihrem Mann Tomasz eskaliert, als er schließlich von ihren Plänen erfährt. In ihrer letzten Verzweiflung muss Ewa eine folgenschwere Entscheidung treffen.
Ausbildungsstätte: Hamburg Media School
Produktion: Hamburg Media School
Filmkategorie: Mittellanger Spielfilm
Länge: 24 Minuten
Drehformat: Arri Alexa 2K
Stab
Produktion Marcel Thomaschowski
Regie Masha Mollenhauer
Drehbuch Larissa Jacobsen
Kamera Alex Jaffar
Schnitt Paris J. Ludwig
Szenenbild Bartholomäus Martin Kleppek
Kostümbild Anna Pähler, Alex Bretschneider
Maskenbild Jessica Mathies
Tongestaltung Henning Lindow (Sound Mixer), Joshua Lilienthal (Sound Design), Daniel Bautista (Dialogue Editor)
Musik Julian Riegl (Composer Original Music), Ala Cya (Original Song)
1st AD Mel Klamroth
Produktionsleitung Vivien Götze, Aleksander Złotorawski, Julia Leonowicz
Redaktion Claudia Gladziejewski (BR)
Darsteller:innen Wioletta Kopańska, Dawid Ptak, Lennox Miron Feldmann, Grażyna Dyląg
Über die Nominierungen in der Kategorie No Fear – Bernd Eichinger Preis haben die Produzent:innen Melanie Andernach, Roshanak Behesht Nedjad und Philipp Kreuzer als Vertreter:innen der Spiel– und Dokumentarfilmjury entschieden.