Driton Sadiku
Driton Sadiku, FIRST STEPS Preisträgerin 2020
© Fabian Raabe

Geboren 1982 in Skenderaj, Kosovo. Im Alter von zwei Jahren nach Deutschland emigriert. Nach seinem Abitur 2002 studierte er Film- und Fernsehwirtschaft an der WAM – Die Medienakademie in Dortmund und lebte danach als freischaffender Filmemacher in Berlin. Von 2013 bis 2019 studierte er Drehbuch an der Filmakademie Baden-Württemberg. DRAKULLA – ALBANIENS DRACULA ist sein Abschluss-Drehbuch, für das er 2020 den FIRST STEPS Award in der Kategorie Drehbuch gewinnt.

Filmografie

Drehbuch:

2020 BESA. Regie: Steve Bache (Kurzspielfilm, 25′)
2019 DRAKULLA – ALBANIENS DRACULA (Spielfilm, 140′) – unverfilmt
2018 LIRIDONA. Regie: Thilo Gundelach (Kurzspielfilm, 7′)
2017 UNTER STROM. Regie: Clemens Roth (Kurzspielfilm, 8′)
2016 BAKA. Regie: Arvid Klapper (Kurzspielfilm, 8′)
2015 KLASSENKAMPF. Regie: Sinje Köhler (Kurzspielfilm, 17′)
2015 BÄUMCHEN WECHSEL DICH (Kurzspielfilm, 7′)
2014 TEE MIT ZUCKER. Co-Regie: Anna-Sophia Richard (Kurzspielfilm, 7′)
2014 ICH. Co-Regie: Sinje Köhler (Experimentalfilm, 2′)
2008 PERSPECTIVE 2050. Regie: Jaqueline Grings (Spielfilm, 30′)
2006 RÜCKKEHR DER SINNE. Regie: Jacqueline Grings, Martina Kasper (Kurzspielfilm, 15′)

Stand: 03.08.2020

Jurybegründung zum FIRST STEPS Award:

Driton Sadikus Drehbuch DRAKULLA – ALBANIES DRACULA ist eine emotionale Zumutung. Es packt uns, lässt uns keine Sekunde aus seinem Bann und spuckt uns am Ende gebeutelt wieder aus. Es ist darüber hinaus ein Drehbuch von großer Poesie und Bildgewalt. Dass der Autor die Grauen des Balkankrieges 1913 nicht konkret erzählt, sondern anhand der Verwandlung einer traumatisierten Mutter in eine Vampirin, macht es nur noch eindringlicher. Das Knacken der Knochen und das Wegbrechen der Zähne brennt sich den Leser·innen ebenso ein wie das beständige Heulen der Wölfe und das Wimmern der Kinder. So bekommt man eine Ahnung von der ganz realen physischen und psychischen Gewalt des Krieges. Driton Sadiku erzählt mit Wucht und immer wieder auch Wärme – und anhand von Figuren, die uns nah kommen und die wir nicht vergessen werden.”

DRAKULLA – ALBANIENS DRACULA

Albanien 1913. Im Balkan wütet ein blutiger Krieg, der vor allem das Leben der Albaner gefährdet und diese aus ihrer Heimat vertreibt. Brahim, ein 14-jähriger albanischer Junge, dessen Beine gelähmt sind, entkommt dem Krieg mit seiner Familie im letzten Moment und sucht Zuflucht bei Verwandten in den „Verwunschenen Bergen“. Dort sorgen sich die Menschen nicht nur um ihr Leben vor dem ausbreitenden Krieg, sondern vor allem vor den Wölfen, die sich vermehrt haben, sowie auch vor einem Untoten, der sein Unwesen treibt und den die Bewohner·innen Drakulla nennen. Als dieser bei einem nächtlichen Angriff Brahims Mutter beißt, fürchtet Brahim um ihr Leben. Doch schlimmer als ihr Tod ist ihre Verwandlung und die Auferstehung zu einem Vampir. Während draußen der Kriegsfeind immer näher rückt und die Menschen in die Flucht treibt, stellt sich Brahim als einziger seiner untoten Mutter.

Hochschule: Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg
Filmkategorie: Spielfilmdrehbuch
Länge: 140 Minuten

Mireya Heider de Jahnsen
Mireya Heider de Jahnsen, Nominiert FIRST STEPS Award 2020
© Fabian Raabe

Geboren 1992 in Berlin. Ein paar frühe Jahre in Hanoi. Nach einem Bachelorstudium Film mit Schwerpunkt Regie, Setarbeit bei Filmproduktionen von Tom Tykwer. 2016 Beginn Drehbuch-Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Mit Olivia Lauren Requat und Susann Schadebrodt gründete sie das Autorinnen-Kollektiv FREMDSTOFF. Für ihren ersten Langfilm LOST LUGGAGE wurde sie 2019 beim up-and-coming Festival mit dem Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis ausgezeichnet. WÜSTE HANOI ist ihr Abschluss-Drehbuch, das 2020 für den FIRST STEPS Award nominiert wurde.

Filmografie

Drehbuch:

2020 WÜSTE HANOI (Spielfilm, 95′) – unverfilmt
2018 SHH. Regie: Ewa Wikiel ( Kurzspielfilm, 6′)
2018 DAS VERHÄLTNIS VON KRAFT ZU FLÄCHE. Regie: Julia Ketelhut ( Kurzspielfilm, 17′)

Drehbuch & Regie:

2017 SONNTAG ( Kurzspielfilm, 7′)

Stand: 27.07.2020

Jurybegründung zur Nominierung:

“Was die junge Vietnamsein My Châu in WÜSTE HANOI Anfang der 90er in Ostdeutschland erlebt, ist grauenhaft, lebensbedrohlich und diskriminierend. Doch Mireya Heider de Jahnsen versieht diese großartige Frauenfigur mit solcher Kraft und Radikalität, dass sie zu keinem Zeitpunkt zu einem wehrlosen Opfer wird. Darüber hinaus lässt sie tieftraurige und urkomische Momente so gekonnt ineinanderfließen, dass wir abwechselnd lachen und weinen dürfen.”

WÜSTE HANOI

1992 in Ostdeutschland. Die junge Vietnamesin My Châu (25) verschuldet sich bei der Zigarettenmafia, um ihre Tochter Ly (8) nach Berlin zu holen. In einem Akt von Übermut bestiehlt sie ihren Gläubiger. Als Konsequenz ist sie gezwungen, sich selbst, ihre Tochter und ihre Freundin Vu mithilfe des Polizeidolmetschers Jonas in einem Brandenburger Dorf zu verstecken.
Dort wohnen die anderen Abgehängten, die ihr Schicksal erwarten. Jonas – selbst-ernannter Sheriff und Retter mit Vietnam-Fetisch – findet, dass My Châu ihm ewige Dankbarkeit schulde und versucht sich ihr anzunähern.
Währenddessen nähert sich ein korrupter Bulle, der My Châus Diebesgut will. Sie sitzt in der Falle. Doch ihre Erpresser haben My Châus Sehnsucht nach Freiheit unterschätzt – und ihre Wut.

Hochschule: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Filmkategorie: Spielfilmdrehbuch
Länge: 95 Minuten

Seraina Nyikos
Serbien Nyikos, Nominiert FIRST STEPS Award 2020
© Fabian Raabe

Geboren 1985 in Berlin. Ausbildung zur Kauffrau für audiovisuelle Medien und Mitarbeit bei EMI Music Publishing in Hamburg. Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der UdK Berlin. Bachelor- und Masterabschluss im Fach Drehbuch/Dramaturgie an der Filmuniversität in Potsdam-Babelsberg. SPRIT & SEGEN ist ihr Abschluss-Drehbuch, das 2020 für den FIRST STEPS Award nominiert wurde.

Filmografie

Drehbuch:

2021 KU’ DAMM 63. Head-Autor: Marc Terjung, Regie: Sabine Bernardi (TV-Mehrteiler)
2020 SPRIT & SEGEN (Spielfilm, ’90) – unverfilmt
2020 HAVARIE PETITE. Regie: Simon Ostermann (Kurzspielfilm, 20′)
2018 KLICKNAPPED. Regie: Oliver Alaluukas (Web-Serie)
2017 KOSMOS-MAA. Regie: Jakob Mäsel (Kurzspielfilm, 20′)
2016 ROUTE B96. Regie: Simon Ostermann (Kurzspielfilm, 30′)
2015 BAMBOULE. Regie: Simon Ostermann (Kurzspielfilm, 15′)

Stand: 29.03.2021

Jurybegründung zur Nominierung:

“Kurzweilig, berührend und erstaunlich lebensweise erzählt Seraina Nyikos in SPRIT & SEGEN von drei sehr unterschiedlichen Außenseitern, die das Schicksal an einer vermeintlich durchschnittlichen deutschen Autobahnraststätte zusammenführt. Die Ensemble-Komödie begeistert mit skurrilen Charakteren, pointierten Dialogen und einem unbestechlichen Stilwillen.”

SPRIT & SEGEN

Ein Mädchen an der Schwelle zur Frau, ein Fernfahrer vor einem geplatzten Zukunftsplan und ein gealterter Country-Star, der mit seinem Lebenswerk hadert – sie alle haben das Gefühl, im falschen Alter zu stecken, in der falschen Phase, dem falschen Leben. Auf der Flucht davor passieren alle einen skurrilen Rasthof samt Autobahnkirche. Hier scheint eine unorthodoxe Pfarrerin nicht nur über den irdischen Gesetzen zu schweben, sondern auch die Irdischen auf eine neue Spur zu schubsen. Kehren Sie ein, denn es gibt Sprit und Segen!

Hochschule: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Filmkategorie: Spielfilmdrehbuch
Länge: 90 Minuten

Über Nominierung und Auszeichnung in der Kategorie Drehbuch hat die Drehbuchjury, bestehend aus Esther Bernstorff, Laura Lackmann und Paul Salisbury, entschieden.