Lila Hintergrund mit gelben und roten Ausbrüchen im Comic-Stil. In fetten weißen Buchstaben wird JETZT mit einem Ausrufezeichen geschrieben. Der deutsche Text lautet: Der kürzeste Tag, Der Kurzfilmtag, Termine 15-21 Dez, und Website www.kurzfilmtag.com.
Filmvorführungen

Kurzfilmtag 2025

Am 21. Dezember ist es wieder soweit – Kurzfilmtag! Der kürzeste Tag des Jahres widmet sich deutschlandweit filmischen Erzählformen, die in wenigen Minuten große und kleine Geschichten erzählen. Und auch FIRST STEPS kuratierte ein eigenes Programm zu diesem wunderbaren Anlass. Gemeinsam mit der unabhängigen Streamingplattform behind the tree präsentierte FIRST STEPS vom 15. – 21. Dezember eine Auswahl der nominierten kurzen Formate aus den Jahren 2024 und 2025. Eine wunderbare Chance die kreative Vielfalt dieses besonderen Formates zu entdecken.

AND THE WIND WEEPS

Regie: Aulona Selmani | 25‘ | Kurzspielfilm | Zürcher Hochschule der Künste
Preisträgerin 2024 in der Kategorie Kurzfilm

Daut, ein Überlebender eines Kriegsmassakers, bei dem sein Sohn getötet wurde, schreibt seit zwanzig Jahren an einem Brief, um in Den Haag auszusagen, was an jenem Tag geschehen war. Die Last der Erinnerungen wiegt umso schwerer, als sein Bruder stirbt und er zum letzten Überlebenden dieses Tages wird. Sein Verstand beginnt ihn bei wichtigen Details im Stich zu lassen. Er kriegt es mit der Angst zu tun. Wird er je Gerechtigkeit für seinen Sohn erwirken können? Für seinen Bruder? Für seine Freunde? Werden ihm die Toten je verzeihen, falls er aufgeben muss und in Vergessenheit gerät?

Regie: Hanieh Bozorgnia | 32‘ | Mittellanger Spielfilm | Kunsthochschule für Medien Köln
Nominierung 2024 in der Kategorie Mittellanger Spielfilm

BITTER erzählt die Geschichte einer dysfunktionalen Familie und ihrer Unfähigkeit zu kommunizieren. Anoush war grade mal fünf Jahre alt, als ihre Eltern mit ihr aus dem Iran nach Deutschland geflohen sind. Jetzt ist sie 16 Jahre alt und gerade dabei, sich selbst zu finden. Ihre Eltern hingegen haben einen sozialen Abstieg erlebt. Besonders ihrem Vater Puya setzt die Situation zu, und er verfällt zunehmend in Schweigen. Ein Besuch aus dem Iran lässt ihn für einen kurzen Moment aufblühen. Und auch Anoushs Blick auf ihn verändert sich.

GASTROGÖTTER

Regie: Phillipp Straetker | 44‘ | Mittellanger Spielfilm | Hochschule für Fernsehen und Film München
Nominierung 2024 in der Kategorie Götz George Nachwuchspreis für Pony Distakul

Gastronomin Fanny will das Restaurant ihres weltbekannten Vaters übernehmen und muss dafür in einen erbitterten Wettstreit mit ihrem Bruder Gunnar, dem selbsternannten TV-„Gastrogott“, treten. Die Situation scheint aussichtslos – bis Lieferdienst-Fahrerin Leila in ihr Leben tritt. Denn auch sie hat mit Gunnar noch eine Rechnung offen.

Regie: Jens Kevin Georg | 36‘ | Kurzfilm | Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Nominierung 2024 in der Kategorie NO FEAR Award für Charlotte Jülide Hansen

In dieser Familie gehörst du erst dann so richtig dazu, wenn du deine erste Wunde bekommen hast. Aber Fabi ist 12 und immer noch narbenlos. Auf Opas Hof soll er endlich beweisen, dass er einer von ihnen ist. Fabis Vater weiß: Da muss der Junge jetzt durch – mussten sie schließlich alle. Und Fabi will ja auch dazugehören wollen. Aber wie viel bleibt dann noch von ihm (und seiner Haut) übrig?

QUEER EXILE

Regie: Ahmed “Madi“ Awadalla | 10‘ | Dokumentarfilm | Freie Einreichung
Nominierung 2025 in der Kategorie Dokumentarfilm

Nach seiner Flucht aus Ägypten infolge der Revolution kommt ein exilierter Aktivist in Berlin an – auf der Suche nach Sicherheit, ringend nach Atem. Doch bevor er ihn fassen kann, wird er in ein Flüchtlingslager gebracht – nur wenige Schritte entfernt von rechten Kundgebungen, die seine Abschiebung fordern. Gefangen zwischen dem, wovor er geflohen ist, und dem, wo er nun gestrandet ist, muss er sich dem Preis der Flucht, dem Schmerz der Erinnerung und der Frage stellen, was Freiheit wirklich bedeutet.

Regie: Paul Vollet | 7‘ | Kurzfilm | Filmakademie Baden-Württemberg
Nominierung 2024 in der Kategorie Short Steps

Scrubby will für immer im dicken Fell seiner Mutter wohnen, doch sie beginnt Haare zu verlieren. Als er eine davon geflogene Strähne zurückbringt, stellt er mit Schrecken fest, dass von ihr nur noch ein Haufen Haare und eine Spur im Schnee übrig geblieben sind. Scrubby macht sich auf die Suche nach ihr und trifft auf ein nacktes, frierendes Wesen. Reicht sein Fell für beide?

SPLIT SECOND

Regie: Sinan Sevinç | 4‘ | Kurzfilm | Filmakademie Baden-Württemberg
Nominierung 2024 in der Kategorie Short Steps

Manchmal ist es nur der Bruchteil einer Sekunde, der die Welt für immer verändert. Der Film SPLIT SECOND erzählt die Hintergründe von drei der einflussreichsten Fotos der Menschheitsgeschichte. In drei zusammenhängenden Episoden folgen wir den Fotografen, die diese historischen Momente in ikonischen Bildern festgehalten und für die Welt sichtbar gemacht haben.

THE USB PARADOX

Regie: Jonas Perkmann & Felix Foltas | 2‘ | Kurzfilm | Fachhochschule Salzburg
Nominierung 2025 in der Kategorie Short Steps

Jeder kennt den Moment, wenn der USB Stick erst beim dritten Umdrehen passt. Was allerdings der Grund für dieses Phänomen ist, wissen die Wenigsten: winzig kleine Menschen im Inneren deines Computer, kommen dir immer zuvor und machen sich einen Spaß daraus, dir das Leben schwer zu machen. Den beiden Pilot:innen Samantha and Josh wird dies leider zum Verhängnis.
Einstecken ohne Drama? Ganz einfach, mit USB C. Always on your side.

WIE WAR DEIN TAG?

Regie: Kim Gabbi | 30‘ | Mittellanger Spielfilm | Züricher Hochschule der Künste
Nominierung 2025 in der Kategorie Mittellanger Spielfilm

Nach einem gescheiterten Jobinterview verbringt Selma ihren Tag im Einkaufszentrum. Während die Zeit stillzustehen scheint, streift sie planlos durch die Geschäfte. Vor den Augen ihres Umfelds wahrt sie eine Fassade der Normalität, doch die Last ihres Geheimnisses wiegt schwer.

ZUHAUSE IST DORT, WO DIE STERNFRÜCHTE SAUER SIND

Regie: Huy Nguyễn | 24‘ | Dokumentarfilm | Freie Einreichung
Nominierung 2025 in der Kategorie Dokumentarfilm

In Huys Familie gibt es viele unausgesprochene Dinge. Warum wurde kaum darüber gesprochen, wie die Migrationsgeschichte seiner Eltern die unterschiedlichen Generationen beeinflusst hat? Wieso ist das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern so kompliziert? Welche Barrieren stehen zwischen den Generationen? Um Antworten zu finden, reist Huy nach Vietnam, zu seinen Großeltern. Zwischen gemeinsamen Mahlzeiten, alltäglichen Routinen und vorsichtigen Gesprächen erkundet Huy den Raum zwischen unausgesprochenen Erwartungen, der Sehnsucht nach Verbundenheit und dem Gewicht des Schweigens. Eine Suche nach Verständigung über Generationen hinweg, zwischen zwei Welten, zwischen Nähe und Fremdheit – und letztlich zu sich selbst.